Lessing und Fake News???

12. Oktober 2019

Journalistische Siegerin im Lessing-Schreibwettbewerb kommt erneut aus Bochum

Preisträgerin des journalistischen Themas beim Lessing-Schülerschreibwettbewerb 2019 ist Lili Depka, Schülerin der Klasse Q2 (12.Klasse) der Lessing-Schule Bochum.

Lili nutze eine einfache, klare und verständliche Sprache. Ihr Text setzt sich mit Journalismus von verschiedenen Seiten her auseinander: mit den Produkten, mit den Menschen, die im Journalismus tätig und jenen, die journalistische Erzeugnisse rezipieren. In ihrer Laudatio schreiben Katalin Vales und Axel Arlt vom DJV Sachsen an die Preisträgerin gerichtet: „Sie nahmen den Wettbewerb zum Anlass, sich mit der Berufswirklichkeit von Journalistinnen und Journalisten heute und früher auseinander zu setzen. Das Verständnis, dass Entwicklungen in ihrer jeweiligen Zeit betrachtet werden müssen und die Leistung, dies nicht nur in der eigenen Betrachtung zu berücksichtigen, sondern auch auf erzählerische Weise für die eigene Argumentation aufzubereiten, ist beispielhaft.

Die Preisträger des Lessing-Schülerschreibwettbewerbs 2019 wurden am Freitag (11.10.2019) im Stadttheater der Lessingstadt Kamenz augezeichnet. Die Schülerinnen und Schüler können sich in insgesamt vier Themenbereichen bewerben.. Neben dem journalistischen Thema, konnte eine phantastische Geschichte, ein Tagebuch oder eine Schelmengeschichte eingereicht werden.

Das journalistische Thema hieß „Nicht die Kinder bloß, speist man mit Märchen ab.“ („Nathan der Weise“) „Fake News“. Was ist das und warum sind sie gefährlich für unsere Gesellschaft? Was ist der Unterschied zwischen Journalismus und Märchen? Sprechen Sie darüber mit Journalisten in Ihrer Umgebung und fassen Sie die Aussagen in geeigneter Textform zusammen, die Sie selbst wählen können!

Innerhalb der letzten fünf Jahre kommt die Preisträgerin für das journalistische Thema zum zweiten Mal aus der Lessing-Schule Bochum. Der DJV Sachsen beteiligt sich seit vielen Jahren an der Ausschreibung des Kamenzer Lessingmuseums.

MDR-Warnstreik – Tarifverhandlungen stagnieren

18. September 2019

Rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren heute (18.09.2019) in Leipzig dem Aufruf von DJV, ver.di und DOV zu einem befristeten Streik gefolgt, der noch bis Donnerstag
1 Uhr andauert.

Der Streik begleitete die fünfte Tarifverhandlungsrunde zur Vergütung der festen und freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Senders. Die Verhandlung wurde ohne Ergebnis beendet.  Erst am 7. November soll weiter verhandelt werden.

Nach 80 Minuten war klar: die Geschäftsleitung bleibt bei ihrem Angebot von 4,2 % Steigerung auf Gehälter und Honorare für 24 Monate. Die Vorgaben der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) bänden den ARD-Anstalten die Hände, so die Argumentation des MDR.
Ralf Leifer, Verhandlungsführer des DJV, kritisierte dies. „Wenn die Rundfunkanstalten nur noch dem folgen können, was die KEF vorgibt, greift das in die grundgesetzlich garantierte Tarifautonomie der Gewerkschaften ein“, so der langjährige Geschäftsführer des DJV Thüringen.

Die Streikenden reagierten auf den Ausgang der Verhandlungsrunde empört und enttäuscht. Sie erwarten den von der Intendantin zugesagten Abschluss des MDR am oberen Rand der ARD-Tarifabschlüsse. Nur so lässt sich perspektivisch die Gehalts- und Honorarlücke zu den ARD-Anstalten im Westen Deutschlands schließen.

Der Warnstreik beim MDR ist Teil eines ARD-weiten Aktionstages.

Medieninformation

 

Warnstreik heute beim MDR

18. September 2019

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat am heutigen 18. September 2019 die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Mitteldeutschen Rundfunks zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Grund sind die bisher ergebnislosen Verhandlungen zur Vergütung der festen und freien Mitarbeiter der Drei-Länder-Anstalt. Seit April dieses Jahres verhandeln die Gewerkschaften DJV, verdi und Deutsche Orchester-Vereinigung (DOV) mit der Geschäftsleitung des MDR.

Die Gewerkschaften fordern eine Erhöhung der Gehälter und Honorare um 6 Prozent. Der MDR hat bisher 4,2 für eine Laufzeit von zwei Jahren angeboten. Neben Vergütungserhöhung als Kernforderung wollen die Gewerkschaften eine weitere Angleichung der Arbeitsbedingungen an die der anderen ARD-Anstalten erreichen.

Die von der MDR-Geschäftsführung aktuell vorliegenden, unzureichenden Angebote bedeuten für die Beschäftigten des Senders zugleich eine Abkopplung von den Tarifregelungen des Öffentlichen Dienstes, die bisher als Maßstab galten. Im öffentlichen Dienst der Länder wurden zuletzt Einkommenssteigerungen in Höhe von insgesamt ca. 7,8 Prozent bei einer Laufzeit von 33 Monaten vereinbart. Zum Warnstreik aufgerufen haben die Landesverbände des DJV in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie die Gewerkschaften verdi und DOV. Der Arbeitskampf heute ist Teil eines ARD-weitern Aktionstages des DJV.

Medieninformation  Weitere Infos im tarifblog

Nachwahl für SLM-Medienrat

3. Juli 2019

Der Sächsische Landtag wählt am 4. Juli 2019 einen Sachverständigen für den fünfköpfigen Medienrat der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM). Die Nachwahl ist aufgrund des Ausscheidens von Grit Wißkirchen erforderlich. Der DJV hat den Geschäftsführer des sächischen Landesverbandes, Michael Hiller, vorgeschlagen. Der Deutsche Journalisten-Verband zählt im Freistaat rund 1200 Mitglieder und ist in den ostdeutschen Flächenländern der stärkste Landesverband.

Michael Hiller ist seit 29 Jahren als Geschäftsführer für den DJV Sachsen tätig und stand bereits im Dezember 2016 zur Wahl für das SLM-Gemium.

Die Sachverständigentätigkeit im Medienrat der Sächsischen Landesmedienanstalt will er, sofern er gewählt wird, nutzen, um aktuelle medienpolitische Aspekte speziell aus journalistischer Sicht einzubringen; das vor allem bei Zulassungsfragen, Fragen von grundsätzlicher medienrechtlicher und medien- sowie standortpolitischer Bedeutung. „Ich werde mich darauf orientieren, journalistische Anteile in der sich weiter wandelnden Medienwelt nachhaltig zu verankern. Wichtig ist für mich die Sicherung und weitere Qualifizierung einer sächsischen Medienszene, die eine breite Meinungsvielfalt und kulturelle Bereiche vielfältig und realistisch widerspiegelt“, so Michael Hiller.

Mazowiecki-Preise in Wroclaw vergeben

14. Juni 2019

In Wroclaw sind am Abend des gestrigen 13. Juni 2019 bei einer feierlichen Gala im Schloss Topacz die diesjährigen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreise verliehen worden. Mehr als 115 Einsendungen (darunter 59 aus Deutschland und 56 aus Polen) hatte die Jury in diesem Jahr für die fünf Kategorien Presse, Multimedia, Fernsehen, Radio und „Berichte aus dem Grenzgebiet“ erhalten. 27 Beiträge von Journalistinnen und Journalisten aus Polen, Deutschland, der Ukraine sowie Frankreich wurden nominiert. Mitglieder der Jury lobten das hohe Niveau der Einsendungen.

Gewinner des Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreises 2019 sind: Urszula Ptak, Krytyka Polityczna (Print), Pia Rauschenberger, Deutschlandfunk Nova (Hörfunk), Natalie Steger und Milena Drzewiecka, Phoenix Dokumentationen (Fernsehen), Małgorzata Jurgiel, Polskie Radio Szczecin S.A. („Journalismus in der Grenzregion“). In der Kategorie Multimedia gewann der Beitrag von Helene Bienvenu und Kasia Strek vom Portal Cafébabel – das Europamagazin. Die sächsischen Nominierten Roman Nuk und Holger Lühmann gingen leider leer aus… (ID/Foto Uwe Schimunek)

Presseinfo

„Eichhörnchen päppeln“ ist Publikumsliebling

6. Mai 2019

Bei den besten sächsischen Pressefotos gab es in diesem Jahr erstmals auch Videos. Sieger wurde ein tierische Video! Die Preisverleihung erfolgte bereits am 17. April dieses Jahres. Und nun haben auch die Gäste der Webpräsenz ihr Votum abgegeben:
Eichhörnchen sind die neuen Katzen, und Web-Videos werden immer beliebter. Das hat die Onlineabstimmung beim diesjährigen Pressefoto-Wettbewerb „blickpunkt“ gezeigt. Die mit Abstand meisten der über 1000 abgegebenen Stimmen erhielt das Web-Video von Monika Skolimowska. Darin erzählt die aus Berlin stammende dpa-Fotografin in bewegenden Bildern die Geschichte einer Eichhörnchen-Auffangstation. Ob aus dem Nest gefallen, verletzt oder mutterlos – die Dresdnerin Jaqueline Gräfe päppelt in ihrer Wohnung die kleinen Nager mit viel Routine und noch mehr Geduld auf. Diese Hilfe betreibt sie ehrenamtlich als Mitglied im bundesweiten Netzwerk Eichhörnchen-Notruf.
Das Sieger-Video erhält ein Preisgeld von 400 Euro – gestiftet von TAG24. Auch die Sächsische Zeitung, die den Wettbewerb um die besten Pressefotos 1998 ins Leben rief, die Chemnitzer Freie Presse, die Leipziger Volkszeitung sowie der sächsische Journalistenverband (DJV)  unterstützen diesen Wettbewerb. In diesem Jahr wurden unter den 47 Teilnehmern mit 125 Bildern bzw. Web-Videos 12 Preisträger gekürt. Alle Gewinner und alle Wettbewerbsarbeiten finden Sie im Internet unter pressefoto-sachsen.de

Deutsch-Tschechischer Journalistenpreis ausgeschrieben!

3. Mai 2019

Bewerbungen für den diesjährigen Deutsch-Tschechischen Journalistenpreis können bis zum 30. Juni dieses Jahres eingereicht werden. Der Preis wird im November bereits zum vierten Mal vergeben.

Mit dem Preis werden Journalistinnen und Journalisten ausgezeichnet, die mit einer differenzierten und einordnenden Berichterstattung das Interesse am Nachbarland wecken und den offenen Dialog zwischen Deutschen und Tschechen fördern. Der Preis wird durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, gemeinsam mit den Journalistenverbänden beider Länder (DJV und Syndikát novinářů) ausgeschrieben.

„Leider werden auch in Europa und in unseren beiden Ländern die Bedingungen für unabhängigen Journalismus immer rauer, wie der jüngste Bericht der Organisation Reporter ohne Grenzen zeigt“, so Petra Ernstberger und Tomáš Jelínek, die Geschäftsführer des Zukunftsfonds. „Sich heute einen frischen, unvoreingenommenen Blick zu bewahren und Haltung zu zeigen, erfordert Mut und verdient Unterstützung. Genau das ist das Anliegen des Deutsch-tschechischen Journalistenpreises.“

Prämiert werden die besten deutschsprachigen und tschechischsprachigen Beiträge jeweils in den Kategorien Text, Audio und Multimedia (auch TV). Mit dem Sonderpreis „Milena Jesenská“ wird darüber hinaus ein deutscher oder tschechischer Beitrag ausgezeichnet, der sich in herausragender Weise mit den Themen Zivilcourage, multikulturelle Verständigung und Toleranz beschäftigt und einen aktuellen Gegenwartsbezug besitzt.

Die Sonderauszeichnung für langfristige herausragende journalistische Tätigkeit kann zudem an Journalisten oder journalistische Formate vergeben werden, die sich über einen längeren Zeitraum um eine differenziertere Berichterstattung über das Nachbarland verdient gemacht haben.

Der Preis ist mit jeweils 2000 Euro dotiert. Beiträge können von den Autoren selbst eingereicht sowie von Redaktionen oder Dritten vorgeschlagen werden. Für die Sonderauszeichnung ist eine Nominierung durch Dritte erforderlich. Dabei handelt es sich um eine undotierte Ehrenauszeichnung.

Die Ausschreibung sowie weitere Informationen zum Preis sind online zugänglich unter:
www.deutsch-tschechischer-journalistenpreis.de

Ein kurzer Video-Rückblick auf den letzten Jahrgang des Deutsch-tschechischen Journalistenpreises findet sich hier:
https://youtu.be/Cf7m_c5Qb5w

Sachsens beste Pressefotos 2018

17. April 2019

Preisverleihung im Dresdner TAG24-Campus

Er hat schon fast alle vors Objektiv bekommen: Staatschefs, Olympiasieger, Künstler, royale Häupter, den Papst. Den Preis für das Sächsische Pressefoto des Jahres 2018 bekommt der Erfurter Fotograf Jens Meyer allerdings für Aufnahmen ganz normaler Bürger. Entstanden sind sie im letzten August bei einer Kundgebung der Evangelisch-Lutherischen Kirche Chemnitz nach den gewaltsamen Ausschreitungen im Zusammenhang mit dem Mordfall Daniel H.

Eine Fachjury entschied sich unter 119 Fotos genau für dieses ungewöhnliche Gruppenbild mit Botschaft. Der aus Erfurt stammende Fotograf, er arbeitet für AP, hat einen der wichtigsten Momente der sächsischen Landespolitik des letzten Jahres abgelichtet.

Die Preise für die besten Lokalfotos stiftet alljährlich der DJV Sachsen.  Preisträger sind Ronny Küttner, Sven Ellger und Steffen Füssel. Die Bildtitel der drei Preisträger wecken sicher Interesse: „Eisregen…“, „Summ, summ“ und „Wieder sicher fressen…“ Alles tolle Bilder! Der 1. Preis bei den Lokalfotos ging an die Aufnahme „Eisregen“ (kleineres Bild) von Ronny Küttner.

Da es in diesem Jahr keine Ausstellung der beste Pressefotos gibt, reicht ein Klick, um sich von der Qualität sächsischer Bildjournalisten zu überzeugen.

Am Abend des 17. April 2019 wurden im TAG24-Campus im Dresdner Haus der Presse auch die Gewinner in folgenden weiteren Kategorien gekürt:: Porträt, Reportage und Sport..

Amac Garbe stellt einmal mehr sein künstlerisches Faible für besondere Porträts unter Beweis. Im letzten Jahr gelang ihm eine Neu-Komposition im Atelier des Dresdner Malers Hubertus Giebe. Auch Fotograf Robert Michael ist kein unbekannter unter den Preisträgern. Neu ist allerdings die Sportart: American Football. Auch die Spieler der Dresden Monarchs – wie der Linbacker AJ Wentland – haben sich die Ehrung für das beste Reportagefoto des Jahres verdient, zählen sie doch zu den Topmannschaften in ganz Deutschland und ihre Sportart immer mehr Fans. Für das beste Sportfoto des Jahres erhält Kristin Schmidt einen Preis mit einem Foto vom Springreitturnier in Chemnitz.

Die Sächsische Zeitung rief den Wettbewerb um das beste sächsische Pressefoto bereits 1998 ins Leben, seit 2013 wird er auch von der Chemnitzer Freien Presse und der Leipziger Volkszeitung unterstützt. Später kam der DJV Sachsen hinzu. Neu dabei ist in diesem Jahr TAG24 – als Stifter des beliebten Publikumspreises. Im Zug der Digitalisierung gibt es eine weitere Premiere. Den Preis für das beste journalistische Web-Video erhalten Monika Skolimowska und Verena Chirkoch. Sie zeigen eine Auffangstation für Eichhörnchen, die Jaqueline Gräfe ehrenamtlich in ihrer Wohnung in Dresden betreibt.

Digital werden die besten Arbeiten in diesem Jahr präsentiert. Auch die Jury des Wettbewerbs zeigt sich im Internet. Wer den Publikumssieger mitbestimmen möchte, kann bis zum 30.04.2019 online für seinen Favoriten abstimmen. Unter allen abgegebenen Stimmen werden insgesamt 5 x 100 Euro Einkaufsgutscheine für den MediaMarkt verlost.

Die Preisverleihung fand im Tag24-Campus im Haus der Presse in Dresden statt. (PR/kmh/Fotos: Jens Meyer, Ronny Küttner, Michael Hiller)

Link zur Website: pressefoto-sachsen.de

ARD/ZDF-Freienkongress ab heute in Leipzig

5. April 2019

Beim Mitteldeutschen Rundfunk startet zur Stunde der 4. ARD/ZDF-Freienkongress. Einmal jährlich treffen sich Freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zu Erfahrungsaustausch und Diskussion zu Problemen ihrer sehr breit gefächerten journalistischen und künstlerischen beruflichen Tätigkeit.

Bei ARD, ZDF und Deutsche Welle sind rund 18.000 freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Sie sind eine fundamentale Stütze der Rundfunkanstalten und stemmen einen Großteil des Programmes. Freie Reporter sind vor Ort, wenn „Lügenpresse“ skandiert wird und sich Aggression an ihnen entlädt. Dennoch müssen sie um ihre berufliche Existenz bangen, wenn Sparmaßnahmen ins Haus stehen. Denn während feste Mitarbeiter im öffentlich-rechtlichen Rundfunk kaum gekündigt werden, fühlen sich die Freien oft als Manövriermasse der Anstalten.

Die für die Freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kostenfreie Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich. Der Leipziger Kongress ist ausgebucht. Wer dennoch aktuell über das Geschehen in Leipzig informiert sein will, kann die Infokanäle bei facebook, twitter und instagram nutzen.

Einstweilige Verfügung gegen Innenministeräußerung geplant

5. März 2019

Der Innenminister Sachsen-Anhalts, Holger Stahlknecht, hat Ende vergangener Woche mitteilen lassen, dass er gegen Redakteure der „Städtischen Zeitung“ Halle Strafanzeige erstattet hat. Grund sei eine wahrheitswidrige Berichterstattung. Nach Medienberichten soll dies die Berichterstattung des online-Mediums über das Abwahlverfahren gegen den Teutschenthaler Bürgermeister Ralf Wunschinski (CDU) sein. Dem Innenminister sollen von der „Städtischen Zeitung“ offensichtlich strafbare Handlungen unterstellt worden sein.

Die betroffenen Redakteure weisen die Vorwürfe zurück. Felix Knothe, verantwortlicher Redakteur der „Städtischen Zeitung“, hat gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung erklärt, dass die Beschuldigungen unkonkret seien, man stehe zu den Ergebnissen der Recherche.

Der Inhalt der Strafanzeige ist bisher nicht bekannt. Die betroffenen Redakteure wehren sich gegen den Vorwurf der wahrheitswidrigen Berichterstattung und wollen nun Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung stellen.. Sie streben die Unterlassung ehrverletzender und geschäftsschädigender Behauptungen durch den Innenminister Sachsen-Anhalts an.

Der DJV Sachsen-Anhalt weist darauf hin, dass es die Aufgabe der Medien sei, Missstände nach gründlicher Recherche in die Öffentlichkeit zu bringen. Das treffe natürlich auch für alle Bereiche der Politik zu, betont Claudia Petasch-Becker, 2. Vorsitzende des DJV Sachsen-Anhalt. „Mit einer Strafanzeige gegen die Veröffentlichung vorzugehen, muss als Versuch gewertet werden, die Medien einzuschüchtern. Der einzig richtige Weg bei Falschdarstellung ist die Gegendarstellung, wie sie in den Pressegesetzen der Länder verankert ist“, so Claudia Petasch-Becker.

Ergänzung, 6.3.2019: Die „Städtische Zeitung“ hat gestern eine Gegendarstellung des Innenministers veröffentlicht.


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