Das Beste ins Blatt!

TZK2009Verschwindet die gedruckte Zeitung? Und: Ist das gleichbedeutend mit dem Ende des Qualitätsjournalismus? Dieser Problematik widmet sich die heutige DJV-Tageszeitungskonferenz in Erfurt. Ziel ist eine Analyse der Situation der Tageszeitungen vordergründig aus redaktioneller Sicht. Es geht den Veranstaltern (DJV-Landesverbände Hessen, Sachsen und Thüringen) um den Erhalt der Tageszeitung als Massenmedium. Die Tagung führt Verleger, Chefredakteure, freie Journalistinnen/Journalisten und Redakteurinnen/ Redakteure zusammen. Die Konvergenz der Medien kommt in der Wahl des Tagungsortes zum Ausdruck: das Landesfunkhaus des Mitteldeutschen Rundfunks in Erfurt. Denn längst arbeiten Verlage mit öffentlich-rechtlichen Sendern zusammen, um an deren publizistischen Leistungen für eigene Online-Auftritte partizipieren zu können.

Zu Beginn sprach Prof. Michael Haller zu allgemeinen Trends der Medienwirtschaft. Als einen Sündenfall bezeichnete er die Dualisierung der Rundfunks in Deutschland Mitte der Achtzigerjahre. Seit dem sei klar, dass Information nichts kosten muss, wenn sie mit Werbung finanziert wird. Die Individualisierung sei ein weiterer Fakt, der auf den Rückgang der Zeitungsauflagen wirkt. Jährlich sinken diese Auflagen um rund drei Prozent. Dennoch sieht Haller die Zeitung nicht als aussterbenden Dinosaurier. Tageszeitungen haben eine Chance, wenn sie sich selbst schnell in die richtige Richtung bewegen. Wichtig seien Glaubwürdigkeit und Kompetenz, um dem Leser eine Orientierung im aktuellen Geschehen geben zu können. Leserperspektive und Leserdialog würden darüber hinaus positiv wirken. Das Sinken der Reichweiten sollten die Tageszeitungen aber auch als Unzufriedenheit der Leser registrieren, was auch auf Sparen an der falschen Stelle und eingefahrene Arbeitsabläufe in den Redaktionen zurückzuführen ist. Haller analysiert in seinem Vortrag die aktuellen Inhalte von Tageszeitungen und stellt Möglichkeiten für Veränderung vor.

Am Nachmittag geht es um konkrete redaktionelle Aufgaben. Der Chefredakteur der Wetzlarer Zeitung Alois Köster spricht zum Thema „Der Redakteur – Spezialist oder Eier legende Wollmilchsau“. Ein Gesprächskreis mit Bernd Lammel, Michael Bartsch (beide freie Journalisten, Michael Neugebauer (Electronic Media School), Klaus Schrotthofer (Zeitungsgruppe Thüringen) und Herbert Wessels (Freies Wort) gibt dann die Möglickeit für praktischen Meinungsaustausch. Die Veranstaltung endet mit dem Vortrag von Prof.  Günther Rager „Exklusivität – Schlüssel für die Medienwelt?“
www.djv-sachsen.de/tzk2009

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