Goldene Eier ganz nebenbei

Weil Journalist F. Leißig keine Zeit hatte, rechtzeitig vor dem Osterfest Eier zu kaufen und diese mit seiner Frau und seinen Kindern in gemütlicher Runde zu färben und zu bemalen,  hockte er sich am Gründonnerstagnachmittag hinter den mit allerlei Papieren und Zeitungen, Computern und sonstigem technischen Zeug bepackten Redaktions-Schreibtisch und schuf die goldenen Eier – gewissermaßen zwischen Print-, online- Audio- und Videoversion seiner Story – in nur wenigen Minuten ganz allein. 
Stolz streicht er sich seitdem  immer wieder grunzend mit dem Rüssel über die flauschige Schulter und kräht hin und wieder: „Ich bin perfekt!“

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Eine Antwort to “Goldene Eier ganz nebenbei”

  1. hgr Says:

    Wenn hier ein Trend zum crossmedialen Arbeiten zu Lasten der fest angestellten Redakteurinnen und Redakteure glossiert worden sein sollte, dann könnte das etwas übertrieben sein. In diesem Punkt sind die Verlage in Sachsen nach meiner Erfahrung doch noch weit hinter dem Mond. Ich kenne zumindest noch keine Beispiele dafür, dass eine Redaktion von ihren Mitarbeitern verlangt, selbst verschiedene Versionen für Print, Online, Audio und Video zu liefern.

    Andererseits ist ein Trend zum Legen goldener Eier tatsächlich unverkennbar: Man glaubt in den Chefetagen mancher Verlage hierzulande nämlich offenbar, eine vollwertige Ernährung reiche für die Mitarbeiter eigentlich aus, um hochwertige Produkte zu liefern. Aber die gesunde Ernährung ist ja bekanntlich Privatsache und in Deutschland nicht allzu teuer, wie Wissenschaftler mit Blick auf die Hartz-IV-Empfänger festgestellt haben wollen.

    Eine adäquate Bezahlung von Mitarbeitern – soweit diese nicht so stark im Netz der Tarifverträge verheddert sind, dass man sie daraus nicht ohne juristisch riskante Schneidwerkzeuge befreien könnte – scheint jedenfalls inzwischen weithin als renditefeindlich und damit unternehmensschädlich anerkannt zu sein.

    Unser großes Problem wird wohl in absehbarer Zeit nicht der Journalist als eierlegende Wollmilchsau sein, sondern der Journalist als Goldesel, dem man nur befehlen muss, er solle sich gefälligst strecken…

    Aber, und das ist die gute Nachricht, auch in diesem Punkt sind die Verlage in Sachsen im Vergleich zu dem, was teilweise im Westen der Republik abgeht, noch weit hinter dem Mond.

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