Archive for Mai 2010

Medienseminar Zahnmedizin in Leipzig

30. Mai 2010

Eigentlich stehen die menschlichen Zähne im Mittelpunkt des bereits vierten Medienseminars Zahnmedizin. Am Sonntagabend (30.5.2010) wurde es jedoch mit einer Exkursion ins Tierreich begonnen. Im Naturkundemuseum Leipzig sahen die Teilnehmer allerlei lebloses Getier. Die offiziellen Ausstellungsräume waren allerdings tabu. Stattdessen öffnete René Diebitz, derzeit zuständig für die Wirbeltiersammlung des Hauses, die reichlich gefüllten Schränke des Depots. Dr. Uwe Nennemann, niedergelassener Kieferorthopäde sprach im Anschluss an den Rundgang über sein „Hobby“: Tiergebisse.
Das Medienseminar wird am Montag mit einem Pressegespräch und einem Vortrag zum Thema „Wie kommt das Loch in den Zahn – und was kommt in das Loch?“ forTgesetzt. Veranstalter sind die Landeszahnärztekammern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gemeinsam mit dem DJV Sachsen.

Verhandlungstage bis Ende Juli

26. Mai 2010

Mit einem Befangenheitsantrag gegen Richter Hermann Hepp-Schwab endete vor dem Dresdner Amtsgericht der siebte Prozessakt gegen die beiden freien Leipziger Journalisten, die wegen übler Nachrede zu Lasten zweier Ex-Richter („Dreckige Wäsche“; Spiegel vom 21.01.2008) und Verleumdung zweier Leipziger Polizeibeamter („Voreiliger Freispruch“; ZEIT-online vom 27.06.2008) einen Strafbefehl über 4800 Euro erhielten und diesen ablehnten.
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Journalistenprozess unterbrochen

26. Mai 2010

Der Dresdner Strafprozess gegen zwei Leipziger Journalisten wurde am heutigen Verhandlungstag bereits nach zwei Stunden unterbrochen. Der Anwalt eines Beklagten hat gegen den Vorsitzenden Richter einen Antrag wegen Befangenheit gestellt. Anlass ist die Einbringungen von Protokollen im Selbstleseverfahren, die nach Ansicht des Anwaltes der Strafprozessordnung widerspricht. Der Prozess vor dem Amtsgericht läuft bereits seit dem 1. April 2010.

Untersuchungsausschuss längst überfällig

21. Mai 2010

Der DJV Sachsen begrüßt die gestern vom Sächsischen Landtag beschlossene erneute Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zum sogenannten Sachsen-Sumpf. Medienberichterstattung und journalistische Arbeit werden davon profitieren, wenn etwaige schwerwiegende Mängel bei der Aufdeckung und Verfolgung krimineller und korruptiver Netzwerke aufgedeckt werden. Auch die Ausrichtung des Ausschusses auf ein Versagen rechtsstaatlicher Informations-, Kontroll- und Vorbeugungsmechanismen entspricht in vollem Umfang den Interessen von Medien und Journalisten. Im Ausschuss wird auch zu untersuchen sein, inwieweit es gezielte Desinformation der Bevölkerung im Umfeld der Debatten um den so genannten Sachsen-Sumpf gegeben hat. Den gegenwärtig vor dem Dresdner Amtsgericht laufenden Strafprozess gegen zwei Leipziger Journalisten, sieht der DJV Sachsen in engem Zusammenhang mit den zu untersuchenden Vorgängen. Das Vorgehen der Dresdner Justizbehörden kritisiert der DJV als Einschüchterungsversuch.

Vergütungsregeln angemahnt

20. Mai 2010

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat gemeinsam mit der dju in ver.di alle Verleger und Chefredakteure der deutschen Tageszeitungen aufgefordert die Umsetzung der gemeinsamen Vergütungsregeln für Freie sofort zu beginnen. Die in sechsjährigen Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Zeitungsverlegerverband (BDZV) vereinbarten Vergütungsregeln für alle Zeitungsverlage sind seit 1. Februar 2010 in Kraft. Vereinbart wurden die Honorarsätze für eine angemessene Vergütung freier journalistischer Arbeit.  Die Mitgliedschaft im Verlegerverband ist für ihre Anwendung nicht ausschlaggebend. „… die neuen Honorare (werden) derzeit allerdings noch nicht durchgängig angewandt. Wir gehen aber davon aus, dass Sie die gesetzliche Verpflichtung zur Zahlung angemessener Honorare annehmen“, lautet die Aufforderung in dem Schreiben der Gewerkschaften.
Presseinformation

Gespräch bei Staatsminister Morlok

18. Mai 2010

Vertreter des DJV-Landesvorstandes hatten am 18. Mai 2010 Gelegenheit den Sächsischen Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit Sven Morlok über die Arbeit des DJV Sachsen zu informieren. Landesvorsitzende Sabine Bachert-Mertz von Quirnheim stellte dabei zunächst die Aktivitäten des Verbandes insgesamt dar. Geschildert wurden vor allem die Arbeitsbedingungen der Freiberufler unter den Journalisten. Weit mehr als die Hälfte der Mitglieder des DJV Sachsen sind freiberuflich tätig. Ihre konkreten Bedingungen unterscheiden sich wesentlich von denen anderer freier Berufe. Auch die Tarifsituation bei den sächsischen Medien wurde erörtert. Weitere Themen waren Rechtsfragen, die Gebührenfinanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Jugendbereich.

Mehr Zeit und Genauigkeit gefordert

5. Mai 2010

Der Festakt „20 Jahre Medienfreiheit“ hielt, was er versprach: Drei ostdeutsche, christdemokratisch plaudernde Landesherr(inn)en und acht Journalisten westdeutscher Herkunft (davon vier in Moderatorenrollen) unterhielten sich über Erfolge und Defizite nach zwei Dekaden Erfahrung deutscher Medieneinheit. Das Umfeld dazu bot der „Medientreffpunkt Mitteldeutschland“, der vom 3. bis 5. Mai in die „media city leipzig“ lud – genauer das Studio 3, im Volksauge auch bekannt als „Riverboat“-Kulisse.

Alt gegen Neu - analog gegen digital beim Abwrackversuch der Medienanstalt Sachsen-Anhalt

Während die Diskussion um den Aufbau der ARD-Länderanstalten oder die mögliche Ausdehnung des ZDF auf gesamtdeutschen Hörfunk nicht viel neues verriet, bot die MDR-Ministerpräsident(inn)enrunde mit Christine Lieberknecht, Wolfgang Böhmer und Stanislaw Tillich durchaus einige Bonmots und Nachdenklichkeiten: Böhmer kritisierte vor allem die Oberflächlichkeit und Deutungshoheit einiger Journalisten („Die größten Lügen sind die Halbwahrheiten“), während Tillich sogar die Freien in Schutz nahm: Wer so schnell arbeiten und seine Geschichten über knackige Schlagzeilen verkaufen müsse, könne manchmal gar nicht anders. Er wünsche sich daher mehr Sorgfalt und Muse bei der Recherche und Aufarbeitung.
Dass bei der Kritik vor allem die Kollegen der flüchtigen respektive der boulevardesken Medien gemeint waren, blieb nur angedeutet. Aber Böhmer bekam großen Beifall, als er meinte, dass jedes andere Mediensystem als das jetzige wohl schlechter wäre und man keinen Verbraucherschutz für Mediennutzung einführen könne.
Der Medientreffpunkt ging am Mittwoch zu Ende. Interessanter Abschluss bildete die Vorstellung von drei neuen Studien im Auftrag der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM) zu Akzeptanz und Nutzung von Lokalfernsehen. Spannend vor allem die Ergebnisse einer Untersuchung des Dresdner TU-Instituts für Kommunikationswissenschaft (IfK), die den publizistischen Wert und Mehrwert des sächsischen Ballungsfernsehen in zeitlicher und regionaler Perspektive untersuchte. Dabei kam heraus, dass sich die unterschätzten Lokal-TV-Journalisten durchaus hehren Qualitätsansprüchen stellen, immer besser werden – und so den Rückstand in Sachen Exklusivität und Schnelligkeit im Vergleich zu den ortsansässigen Tageszeitungen stetig aufholen. Nur die Wahrnehmung seitens der Zuschauer sei noch eine andere, betonte Prof. Wolfgang Donsbach, der die Kernergebnisse der Studie gemeinsam mit Projektleiterin Anna-Marie Brade vorstellte.

Mehr zum Medientreffpunkt 2010 im DJV-Kurier 02.2010

Alle Presseinfos, auch zu Kernaussagen einzelner Veranstaltungen: http://www.medientreffpunkt.de/


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