Journalismus ohne Zukunft?

„…Blogger haben eine von den Medien gravierend verschiedene Themensetzung. Im Vordergrund stehen vor allem persönliche Themen, typisch journalistische Berichterstattungsfelder wie Politik, Wirtschaft und Kultur spielen nur eine geringe Rolle…“, schreibt Mathias Rentsch in der neuesten Ausgabe des IFK-NewsLetter (TU Dresden). Dennoch sei die Rolle des „Bürgerjournalismus“ als Quelle nicht von der Hand zu weisen. Der traditionelle Journalismus stehe unter Druck – auch von einer zweiten Seite: „Journalisten arbeiten in geschröpften Redaktionen unter einem immer größeren Zeitdruck und in einer zunehmenden Abhängigkeit vom Werbegeschäft…“ —-> Es ist an der Zeit, dass sich die traditionellen Medien (Verlage) Gedanken machen, um Lösungen für Journalismus im Internet zu finden. (Keines Resümee der Diskussion „Kommunikation 2020“ am Mittwoch in der Berliner Kalkscheune.

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Eine Antwort to “Journalismus ohne Zukunft?”

  1. Frank Says:

    Ich denke nicht, dass der klassische Journalismus durch Blogger bedroht ist. Wir Blogger beziehen uns oft genug auf Primärquellen, die von Journalisten und Redakteuren erstellt und in Zeitungen oder auf TV-Sendern veröffentlicht wurden. So gesehen stützen Blogger den Journalismus sogar. Dieser ist durch ein anderes Problem bedroht, welches hausgemacht ist und eine gewisse Eigendynamik besitzt: Viele Zeitungen veröffentlichen ihre Texte auch online, und das kostenlos. Meist sollen durch einige Artikel Interessenten auf die komplette Printausgabe neugierig gemacht werden. Allerdings reichen uns Online-Lesern meist diese wenigen öffentlichen Texte, da man in den restlichen Online-Ausgaben der anderen Zeitschriften genügend weitere interessante Artikel findet, um sich trotzdem gezielt umfassend zu informieren. So entsteht auf der Leserseite der Effekt, dass man in einer Printausgabe nur wenige Artikel findet*, die einen wirklich interessieren, während man aus den vielen online verfügbaren Texten für die wenigen Themen, die einen wirklich interessieren, insgesamt sehr umfassende Informationen findet. Anders ausgedrückt: Das kostenlose Internet bietet mehr Informationen als eine gekaufte Zeitung. Man findet also mit der Zeit immer weniger Gründe, sich noch komplette Zeitungen zu kaufen. Das ist natürlich tödlich für Journalisten.

    Dazu kommt, dass man aus Erfahrung davon ausgeht, dass im Internet alles kostenlos ist. Natürlich weiß man, dass ein gut recherchierter Artikel Arbeit gemacht hat, also unmöglich kostenlos sein kann. Allerdings ist dann trotzdem irgendwo immer etwas ohne Bezahlung lesbar. Bezahlte Zugangssysteme sind auch immer etwas unpraktischer als kostenlose Informationszugänge (und jeder Mausklick ist für uns einer zu viel).

    Die Lösung wäre also eine komplette Umstellung auf reine Bezahl-Zugänge für Online-Artikel aus Zeitungen. Würde mir nicht gefallen, würde auch der Informationsverbreitungsidee des Internets widersprechen und es würde sogar an Journalisten scheitern, die ein eigenes Interesse an weiterer Verfügbarkeit ihrer langwierig recherchierten Artikel hätten. Diese Lösung wird nicht funktionieren. Aber das ist das eigentliche Problem des heutigen Journalismus, es sind nicht die Blogger.

    (* Wenn ich eine beliebige Tageszeitung durchblättere, sind mindestens 70% des Inhaltes für mich redundant, wahrscheinlich sogar 90%)

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