Funkzellenüberwachung skandalös

Unpassend und skandalös ist für den DJV Sachsen die jetzt bekannt gewordene Funkzellenüberwachung der Dresdner Polizei am 19. Februar 2011. Weder zu Anlassen, wie sie an dem Februartag in Dresden gegeben waren noch mit anderen Begründungen sind Telefondatenerfassungen in derartigem Umfang gerechtfertigt. Der DJV Sachsen sieht in der Polizeiaktion eine eklatante Verletzung der Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger. Es ist davon auszugehen, dass unter den erfassten Daten auch die von Journalistinnen und Journalisten sind, die an diesem Tag zur Berichterstattung unterwegs waren.  Der DJV Sachsen fordert daher die beteiligten Behörden auf, die Daten unverzüglich zu löschen.  Er empfiehlt seinen Mitgliedern allerdings nicht, sich persönlich an die Behörden zu wenden. Statt dessen verweist die Berufsorganisation auf die journalistische Binsenweisheit, dass sensible Recherchen, persönliche Absprachen oder Informantengespräche aus gutem Grund nicht am Telefon geführt werden sollten.

Zum Thema:
http://www.mdr.de/nachrichten/8746615.html
http://www.mdr.de/sachsen/dresden/8746247.html
http://www.sz-online.de/Nachrichten/Sachsen/Tillich_verlangt_Bericht_zu_Ausspaehaktion/articleid-2793447

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2 Antworten to “Funkzellenüberwachung skandalös”

  1. Frank Says:

    Es ist davon auszugehen, dass unter den erfassten Daten auch die von Journalistinnen und Journalisten sind, die an diesem Tag zur Berichterstattung unterwegs waren. Der DJV Sachsen fordert daher die beteiligten Behörden auf, die Daten unverzüglich zu löschen. Er empfiehlt seinen Mitgliedern allerdings nicht, sich persönlich an die Behörden zu wenden. Statt dessen verweist die Berufsorganisation auf die journalistische Binsenweisheit, dass sensible Recherchen, persönliche Absprachen oder Informantengespräche aus gutem Grund nicht am Telefon geführt werden sollten.

    Ach Du meine Güte – auch Journalistinnen und Journalisten wurden erfasst? Okay – die normalen Bürger, naja … aber Journalistinnen und Journalisten? Unglaublich! Wo das doch eine viel höherwertigere Menschengruppe ist … schlimm!
    Wieso empfiehlt der DJV Sachsen seinen Mitgliedern allerdings nicht, sich persönlich an die Behörden zu wenden? Wo gerade das doch so einfach wäre? http://goo.gl/0IGXI
    Ach so – die Berufsorganisation verweist ja auf die „journalistische Binsenweisheit, dass sensible Recherchen, persönliche Absprachen oder Informantengespräche aus gutem Grund nicht am Telefon geführt werden sollten. Ähm … die Berufsorganisation der Journalistinnen und Journalisten Sachsens sollte vielleicht mal ein wenig besser recherchieren (aber wieso verlange ich ausgerechnet von Journalistinnen und Journalisten so etwas Abwegiges?). Die Inhalte der Telefongespräche wurden bei der Funkzellenauswertung gar nicht erfasst. Man hätte also zum fraglichen Zeitpunkt ungestraft die brisantesten Gespräche führen können. Erfasst wurde nämlich nur, wer wann wo mit wem telefonierte. Aber nicht, worüber. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass im Februar am Hauptbahnhof auch nur ein einziger Journalist (oder selbstverständlich eine Journalistin) eine sensible Recherche mit einem Informanten durchgeführt hat.

  2. Questi Says:

    Was Frank alles weiß!
    1.7.2011: Neues aus DD: Abgehört aber nicht aufgezeichnet…http://bit.ly/lpWoMV

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