Tarifverhandlungen für wen?

Seit einem halben Jahr verhandeln DJV, verdi und BDZV über einen neuen Gehaltstarifvertrag für Tageszeitungsredakteure

In Berlin läuft seit dem heutigen Mittag die sechste Runde der Tarifverhandlungen für Redakteure an Tageszeitungen. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat vorab erklärt, er sei zu einem Tarifabschluss bereit. Sollte es heute in Berlin dazu kommen, dann sind die Vereinbarungen für die meisten Tageszeitungsmitarbeiter im Freistaat nicht unmittelbar relevant. Das ist das sächsische Resultat von Tarifflucht in sehr unterschiedlichen Nuancen. Während bei der Freien Presse in Chemnitz von Anfang an jegliche Tarifbindung abgelehnt wurde, standen Sächsische Zeitung (SZ) und Leipziger Volkszeitung (LVZ) den Flächentarifen zunächst nicht ablehnend gegenüber. Die LVZ, einschließlich der Dresdener Neuesten Nachrichten, gehört dem Verlegerverband an und sicherte bis 2011 die volle Tarifbindung. Bei der Sächsischen Zeitung gilt die Bindung an den Flächentarifvertrag über einen Haustarifvertrag. Allerdings wurden hier seit dem Jahr 2000 durch den DD+V veränderte Strukturen geschaffen, bei denen Neueinstellungen nun nicht mehr der Tarifbindung unterliegen. Nur hier bei der SZ gibt es also einen „Altbestand“ an tarifgebundenen Redakteuren. Ein weiterer Aspekt der Tarifumgehung ist die zunehmende Verlagerung der redaktionellen Arbeit auf Freie und die sogenannten Pauschalisten, ja selbst auf Leihredakteure. Der DJV Sachsen hat diese Situation in einem Schreiben Landtagsabgeordnete kritisiert und bei den Politikern um Unterstützung bei dem Ringen um flächendeckende Tarifbindung geworben. In dem Brief des DJV Sachsen heißt es: „Werden Sie aktiv, unterstützen Sie uns dabei, den Tarifverträgen in der Zeitungsbranche wieder die Bedeutung zu verschaffen, die ihnen zusteht!“

Einzig vom Arbeitsmarktpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag Stefan Brangs liegt bisher eine offizielle Anwort vor. Das Ignorieren von Tarifverträgen, so Brangs, werde zu Recht vom DJV an den Pranger gestellt. Gute Arbeit, sei es im Journalismus oder in jeder beliebigen Branche, werde über gute Arbeitsbedingungen und faire Gehälter garantiert, so der SPD-Politiker.

…und damit dieser Beitrag nicht einfach so im Netz steht, sei die DJV-Forderung hier nochmals deutlich gemacht:

Der DJV Sachsen fordert alle sächsischen Zeitungsverlage auf, ihre Mitarbeiter entsprechend Tarif zu beschäftigen und zu vergüten!    

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