Medientreffpunkt 2014 – Ein Rückblick

Ruslana treibt zur Europa-Wahl und Intendantin Wille verspricht Jugendsender

DSC02595 EröffnungspodiumDer 16. Medientreffpunkt Mitteldeutschland, der sich von Montag bis Mittwoch vor allem den Veränderungen am Rundfunkmarkt widmete, stand 2014 unter dem eigenwilligen Stern der „Resonanz“ als Leitthema. Rund 500 Leute respektive knapp 200 Referenten tagten drei Tage in der „Media City“ in Leipzig, die nun dank (Media-)City-Tunnel sogar über eine eigene halboffene U-Bahn-Station namens „Leipzig-MDR“ verfügt und dadurch bequem in einer Viertelstunde vom Hauptbahnhof erreichbar ist, fragten sich: „Was ist wichtig?“ Die Organisatoren des gleichnamigen Vereins, der sich AG nennt, auf den drei Medienanstalten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fußt und von 1.100 Teilnehmern spricht, hatte zu 42 Diskussionsrunden eingeladen, die mittlerweile alle am Ort selbst stattfinden.

Die politischen Diskussionen wurden durch zwei aktuelle Ereignisse determiniert: Die innenpolitische Lage in der Ost-Ukraine und das BVG-Urteil zur politischen Gremierenbesetzung von öffentlich-rechtlichen Anstalten.

Von den drei mitteldeutschen CDU-MinisterpräsidentInnen war nur Reiner Hasselhof vom Landtagswahlkampf abkömmlich, gefragteste Teilnehmerin war MDR-Intendantin Karola Wille mit vier (!) Podien. Sie wird an ihrem letztem Satz beim dritten Auftritt – das Podium hatte den hintersinnigen Titel „Digital und konvergent. Was schafft Relevanz“ – gemessen werden: Der öffentlich-rechtliche Jugendkanal, so ihre Prognose, wird in einem Jahr auf Sendung und danach bei der 17. Ausgabe in Leipzig Thema sein. Und das so oder so.

Ruslana Foto ahNahezu unbeworbener Stargast war die ukrainische Popsirene Ruslana Lyschytschko . Die gebürtige Lembergerin des Jahrgangs 1973 gewann anno 2004 für die Ukraine in Istanbul den europäischen Schlagerwettbewerb „Eurovision“. In Leipzig verlas sie als Maidan-Aktivistin nicht nur eine Erklärung und brachte die Diskussion um die Europawahlen weg vom Thema. Nein, sie erklärte sogar die Europawahl als Zeichen für die Solidarität für ihr Landes.

Weniger relevant als die beiden großen Podien, wo sich mangels Konkurrenz rund 200 bis 250 Leute einfanden, waren die Fragen zur Frauenchefquote (rund dreißig Zuhörer, darunter zehn Prozent Männer) und Barrierefreiheit der Medien (nahezu 20 auf dem ganzen Riverboot in Studio 3). Doch das täuscht: Unter den 190 Referenten im Register des 140-seitigen Programmheftes waren namentlich immerhin 36 als Frauen erkennbar (Quote: 18,9 Prozent) – das sind sechs mehr als biografisch erkennbare Ostdeutsche (15,8%). Immerhin fünf davon hatten – so wie Karola Wille – gar eine Doppelquote (2,6 %) zu bieten.

Doch das ist Zahlenspielerei. Wie relevant der MTM 2014 wirklich war, kann sicher bald an der Presseresonanz abgelesen werden, die ebenso wie einzelne Zusammenfassungen und vorbereitende Videos auf der Netzpräsenz verfügbar sind. Von den Diskussion um „Recht auf Sport“ und „Leistungsschutzrecht“ findet man nix mehr, denn diese fielen leider aus. (AH)

Kernaussagen: www.medientreffpunkt-mitteldeutschland.de

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