Archive for the ‘Leipzig, Chemnitz…’ Category

DJV verurteilt Attacke auf MDR-Reporterin

12. Januar 2016

(geändert und ergänzt am 12.1.2016, 15.20 Uhr) Empörung und Entsetzen herrscht beim DJV Sachsen nach der Attacke* auf eine MDR-Reporterin am gestrigen Montagabend in Leipzig. Der Legida-Aufmarsch wurde mit Unterstützung Dresdner Pegida-Vertreter erneut genutzt, um gegen demokratische Institutionen sowie die Medien zu hetzten. Die Attacke gegen die Reporterin von MDR-info ist eine unmittelbare Folge der seit über einem Jahr anhaltenden und vor allem in Dresden geduldeten Pegida-Aktionen. Die DJV-Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, MDR und die sächsischen Zeitungsverleger hatten bereits im Oktober des zurückliegenden Jahres auf die zunehmenden Attacken auf Journalisten und Medien hingewiesen, dagegen protestiert und mehr Schutz gefordert. Angriffe auf Journalisten und die Medien insgesamt sind nicht hinnehmbare Angriffe auf die Meinungsfreiheit und damit auf einen Grundwert der Demokratie.

*Bei dem Legida-Aufmarsch am Montagabend wurde der Reporterin Ine Dippmann ins Gesicht geschlagen und zuvor das Handy herunter geschlagen. Im Interview schildert Sie die Situation. Ine Dippmann ist Vorsitzende des DJV Sachsen.

 

 

Sicherheit für Medienvertreter gefordert

5. Oktober 2015

DJV-Landesverbände, MDR und Sächsischer Zeitungsverlegerverband wollen mehr Sicherheit bei der Berichterstattung

Mitteldeutscher Rundfunk (MDR), Zeitungsverlegerverband und die DJV-Landesverbände in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (DJV) protestieren gegen die Ausweitung der Hetze und Gewalt gegen Medien, die bei den Pegida- und Legida-Aufmärschen in Dresden und Leipzig besonders augenfällig ist. Das Aufputschen von teilweise tausenden Anhängern der Bewegungen mit den Rufen „Lügenpresse“ ist nicht nur für alle Medienvertreter unerträglich. Sie beschädigt die Demokratie, schafft eine Stimmung der Verunsicherung in der Bevölkerung und provoziert Handlungen bis hin zum Einsatz von Gewalt.

Zeitungsverleger, die Journalistenverbände und Mitteldeutscher Rundfunk fordern die Politik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen daher auf, dem Spuk endlich entschieden entgegen zu treten. Die Medien, sowohl der MDR als auch die Tageszeitungen in Mitteldeutschland, sind trotz der permanenten Verbalangriffe durch die Pegida- und Legida-Demonstranten stets um sachliche und objektive Berichterstattung bemüht. Die andauernden „Lügenpresse“-Rufe sorgen jedoch für eine Vergiftung des Klimas, die nicht mehr hinnehmbar ist. Wer Journalisten angreift und verletzt, muss mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zur Verantwortung gezogen werden. Die tätlichen Angriffe der letzten Zeit sollten für die politisch Verantwortlichen in den drei Bundesländern Anlass sein, den Umgang  mit Pegida-Veranstaltungen sowie ähnlichen Gruppierungen gründlich zu überdenken.

Was folgt nach einzelnen Tritten und Schlägen gegen Medienvertreter?

Die DJV-Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, der Sächsische Zeitungsverlegerverband und der Mitteldeutscher Rundfunk erwarten von den Innenministerien und den Polizeiorganen, dass sie Angriffe auf Journalisten unterbinden.

Wer die Meinungs- und Pressefreiheit derart beschädigt, greift die Demokratie insgesamt an. MDR, Zeitungsverlegerverband und Journalistenverbände schließen auch juristische Schritte nicht aus.

(Gemeinsame Erklärung von DJV Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, MDR und Sächsischem Zeitungsverlegerverband)

mephisto wird 20

28. Mai 2015

mephistoZunächst ein paar Infos über den Sender, der in dieser Woche seinen 20. feiert: mephisto 97.6 ist der Lokal- und Ausbildungssender der Universität Leipzig, der montags bis freitags 10 bis 12 und 18 bis 20 Uhr sendet. Das Programm ist nicht kommerziell und wird ehrenamtlich von Studierenden gestaltet und erarbeitet. Mehr als 1000 Nachwuchsjournalisten wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten ausgebildet und haben im Sender das journalistische Handwerk erlernt. Ehemalige Mephistos arbeiten heute bundesweit in Redaktionen, Pressestellen und Agenturen.

Die Mephisto-Geburtstagswoche läuft bereits seit 26. Mai als Programmwoche unter dem Motto “ Für dich Baby bin ich, was du willst „. In diesem Rahmen werden die so genannten vierten Stunden (Sendungen jeweils montags-freitags 19-20 Uhr) aus unterschiedlichen Leipziger Lokalitäten gesendet.

Am eigentlichen Geburtstagswochenende veranstaltet mephisto 97.6 eine Radiotagung zum Thema „Reporterzukunft – Zukunftsreporter“, auf der Probleme der Journalistenausbildung zwischen Experten und Nachwuchsjournalisten diskutiert werden. Am 30.05. wird das Senderjubiläum mit Festakt und großer Geburtstagsparty im Täubchenthal, auf der unter anderem die schwedische Band „The Radio Dept.“ und „Ball Park Music“ aus Australien spielen, gefeiert. Der DJV Sachsen gratuliert schon mal auf diesem Wege….

Am eigentlichen Geburtstag, am Sonntag, dem 31.Mai, sendet mephisto außerplanmäßig von 18 bis 20 Uhr eine spezielle Geburtstagssendung.

Das ganze Fest-Programm unter http://mephisto976.de/20jahre. Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen unter http://mephisto976.de/presse
Mephisto auf twitter: https://twitter.com/mephisto976

 

 

Leipzig: MTM balanciert

10. Mai 2015

MTM 2015 Balance [hprfoto]Rundfunkbalance gewahrt – Presseaussichten trübe – Jugendsender verjährt

Ein Gespenst geht um im früheren MDR-Live-Land, das heute von diversen Blättern und Sendern in seltsamer politischer Vorahnung schon stetig „Mitteldeutschland“ geheißen wird, so als ob es rings um den Brocken und diesem zu Füßen läge: Das Gespenst nennt sich Rot-Rot-Grün (manchmal auch „R2G“), und herrscht schon in Sachsens Landeshauptstadt im Stadtrat und in Thüringen via Landtag auch über Wälder und Felder.

Dabei ist eigentlich nahezu überall große Koalition angesagt, was generell schlecht für Minderheiten aller Art ist. Unter diesem Dilemma und den damit verbundenen schwarzroten Schattenspielen lag auch der 17. Medientreffpunkt Mitteldeutschland, der von Montag bis Mittwoch unter dem fast esoterischen Titel „Neue Balance“ 40 Diskussionsrunden mit rund 200 Referenten anbot, wobei am Hauptknoten des Bahnstreiks mitten im Weselsky-Land erstaunlich wenige fernblieben. Die Dichte der Teilnehmer in der „Media City“ Leipzig entsprach ungefähr der des Vorjahres, wo rund 500 geschätzt wurden. Die Organisatoren der AG Medientreffpunkt, der als Verein auf den drei Medienanstalten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fußt, sprechen wie im Vorjahr von 1.100 Teilnehmern, die professionellen Zähler hatten derweil anderswo zu tun.

Am Montag bekam das Gespenst ein Gesicht: Bodo Ramelow, wie nahezu jeder über Gebühr strebsame Politiker aus Niedersachsen stammend und nun als erster linker Ministerpräsident nach 25 Jahren BRDDR ein Vorbote der neuen Zeit, hielt seine medienpolitische Rede und rührte hernach in einer Suppe, an deren Zubereitung er wahrlich keinerlei Anteil hatte: „Die Glaubwürdigkeit der Medien – Gesellschaft aus der Balance?“ umschrieb man den Tribut an die neuen Montagsdemonstranten.

Während in Jahren mit reiner schwarzen Vorherrschaft auf der ganzen Mitteldeutscherde sich gern alle drei mitteldeutschen Unionschefs hier trafen, kam der normalerweise früher aufstehende Reiner Haseloff erst am Mittwoch und Stanislaw Tillich gar nicht nicht nach Leipzig. So blieb Sachsen-Anhalt der Glaubwürdigkeitsdebatte ganz fern und Dresden schickte seinen untadeligen Chefvermittler Frank Richter – einst Gruppe der 20, derzeit oberster sächsischer Politbildner in die Bütt.

So geht sächsisch. Doch er war als wohl einziger Gast mit persönlichen Kontakt zum wütenden Fußvolk ein würdiger Ersatz.

Der neue Geist aus Leipzig

Zwei Altlasten waren aus dem Vorjahr abzuarbeiten, wo „Resonanz“ als ebenso weich ausbalanciertes Leitthema diente: Die Umsetzung des Verfassungsgerichtssurteil zur politischen Gremienbesetzung von öffentlich-rechtlichen Anstalten und der neue Jugendkanal in dem mit zehn (!) Leuten besetztes Podium unter dem Titel „Die Balance der neuen Vielfalt“. MDR-Intendantin Karola Wille sagte damals, dass der öffentlich-rechtliche Jugendkanal in einem Jahr auf Sendung und bei der 17. Ausgabe in Leipzig Thema sein werde. Nur letzteres traf zu.

Der Sender kommt, allerdings nur im Netz. Der danach plötzlich beschworene gemeinsame „Geist von Leipzig“ betraf eher andere Themen wie die Einführung neuer Regularien und der Ersetzung von ultrakurzen Radiowellen durch DAB+, bei dem alle (außer der Endverbraucher) sparen könnten.

Ebenso unbefriedigend eine Diskussion über die die neue staatliche Förderung privater, lokaler Fernsehsender, die eigentlich mit Qualitätskriterien verbunden sein sollte. Doch Moderator Ralf Siepmann übte sich in Bevorzugung ihm bekannter Teilnehmer und in Selbstreflektionen, die nicht immer zum Thema beitrugen. So konnte er Michael Sagurna (SLM) nur ein vages Kriterium der entlocken: 15 Minuten Informationsendung pro Tag und 30 pro Woche.

Sachsens DJV-Geschäftsführer Michael Hiller lenkte den Blick auf die Inhalte und forderte die Verstetigung guter journalistischer Arbeit.

Die Lokalsender müssen „authentisch wiedergeben, was in der Region passiert“, so Hiller. Eines der Probleme sah er darin, dass in lokalen Medien sehr viele Journalisten arbeiten, die ihr Handwerk gerade erst erlernen.

Für Printmenschen geht es in der Funkstadt Leipzig seit Jahren in einer Runde um die Zukunft der Zeitung, diesmal in einer Runde „Perspektive Zeitung . Der Druck der Zukunft“. Matthias Koch, Chefredakteur des so genannten „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND) der Madsack-Mediengruppe, ließ es sich nicht nehmen, einen peinlichen Werbefilm einzuspielen, in der der modernste Hannoveraner Newsroom der Welt vergöttert wurde. Koch erläuterte die Struktur seiner Zeitungen samt der durchlaufenden und der Wechselseiten ohne zu erwähnen, dass derzeit erst 18 der 35 Madsack-Zeitungen auf sein Angebot zurückkommen. Außerdem lobte er die Qualitäts- und Spareffekte der Gleichschaltung ohne zu betonen, dass sein beispielgebender Freier Korrespondent, der vorher an mehrere Zeitungen der Gruppe lieferte, nun garantiert nur noch einmal bezahlt wird.

Auch sein Verweis des Verzichtes auf DPA-Meldungen zugunsten eigener Korrespondenten in einigen Bereichen hinkt, weil zumindest bei der Leipziger Volkszeitung seit der Layoutreform auf explizite Kennzeichnung der Agenturmeldungen verzichtet wird. Warum auch immer – wohl dem, der seine lokale Autoren kennt und daher den Fremd-, also Sparanteil der eigenen Zeitung einschätzen kann.

Anders als im Vorjahr, als sich die Verlagsmanager ungestört gegenseitig die Bälle zu spielten und erklären konnten, dass Personalabbau und Qualitätszuwachs sich nahezu bedingen, versäumte es Annette Milz, Chefredakteurin des Medium Magazins, nicht, zweimal auf den Grund des Konzeptes „Madsack 2018″, welches in Leipzig ja besondere Blüten treibt, hinzuweisen: Spardruck.

„Kein Mensch braucht mehr eine Tageszeitung!“

ah_17mtm2015_pressezukunft01

Rettet „Madsack2018″ 35 regionale Tageszeitungen in Nord-, Ost- und Mitteldeutschland? Annette Milz vom Medium Magazin befragt Matthias Koch vom Madsack-Redaktionsnetzwerk.

Auf der sicheren Seite war Romanus Otte. Seine Welt-Gruppe hat nach der Strategieänderung des Axel-Springer-Verlags auf „Online first“ leicht reden:„Kein Mensch braucht heute noch eine Zeitung!“ Selbst wer keine Tageszeitung mehr lese, könne durchaus gut informiert am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Zeitungen würden zum Luxusgut wie„mechanische Uhren“, sagt Otte. Bei der Welt-Gruppe sei nicht mehr die Zeitung, sondern der Journalismus das Produkt, das Medium als Kanal egal.„Die Welt“ sei dann das„Best of“ des Tages. Aha.

So bleibt das Fazit zwiespältig und die Frage: Wo will der Medientreffpunkt künftig hin? Es hat keinen Sinn, die Rednerzahl beizubehalten, aber die der Panels zu verringern und thematisch zu verwässern. Auch das Programmheft, welches von 140 auf schlanke 60 Seiten schrumpfte und nix mehr über die Referenten kundtut (was bei Fasco = AG MTM oder = TLM bzw. Ramelow = Thüringen oder Wille = MDR natürlich reicht), weil ein jeder aufgrund des allgemeinen Spannungsgehalts und fettem kabellosen Netz in der ganzen Medienstadt für smarte Geräte sowieso Zeit fürs Netzgucken hat.

Dass angesichts von Veranstalter und Zielgruppe kein akademischer Fachkongress, der Fachjournalisten und Medienstudenten in Scharen anzieht, zustande kommen kann, ist klar. Auch ist die Terminlage traditionell ungünstig, weil die Verlagsheroen zeitgleich zum Europäischen Zeitungskongress in Wien (2015 mit rund 200 Chefredakteuren, Blattmachern oder Art-Direktoren) und die Netz- und Demokratiefreaks derweil bei der „Re:publica“ (450 Referenten, 6000 Gäste, 600 Journalisten) in Berlin weilen. Und in Leipzig zählt seit jeher das Techtelmechtel ringsherum plus– und wie man privater Radioparty und exklusiver MDR-Party und bei den Pausengesprächen sieht– die seltenen Treffen der Politiker aus Mitteldeutscherde. Aus der Presseresonanz ist daher gewöhnlich weder Relevanz noch Balance abzulesen.

Andreas Herrmann

Kernaussagen einiger Veranstaltungen:

www.medientreffpunkt-mitteldeutschland.de

Fotos: Andreas Herrmann, [hprfoto]

Wir trauern um Prof. Siegfried Schmidt

13. März 2015

Der DJV Sachsen hat einen leidenschaftlichen Wissenschaftler und einfühlsamen Streiter für soziale Gerechtigkeit verloren: Prof. Siegfried Schmidt ist am 3. März 2015 nach langer schwerer Erkrankung verstorben. Heute finden in Leipzig die Trauerfeier und die Beerdigung statt.

Siegfried SchmidtDer 1936 im Vogtland Geborene gehörte zu jener Generation, der die Kindheit durch den Krieg geraubt wurde. Es war nur verständlich, dass Siegfried Schmidt wie viele Zeitgenossen einen Weg suchte, eine sozial gerechte und auf eine friedliche Zukunft gerichtete Gesellschaft auf den Trümmern des Nazireichs zu errichten.

Als ab 1954 der Aufbau der eigenständigen Fakultät für Journalistik begann, gehörte Siegfried Schmidt mit zu den ersten Studenten dieser neuen Fakultät. Professoren wie Hermann Budzislawski, dessen persönlicher Mitarbeiter Siegfried Schmidt schon wenig später werden sollte, und Hans Teubner gaben ihm Orientierung, waren ihm wissenschaftlich wie politisch Vorbild, wie er auch später immer wieder im Gespräch betonte.

(more…)

Polizei attackiert Journalisten

9. Februar 2015

Polizei in Leipzig schlägt Journalisten [Foto screenshot Zapp/NDR]Ausgehend von mehreren Medien-Berichten (ZAPP, L-iZ)  fordert der DJV Sachsen von der Polizei im Freistaat Sachsen, jegliche Gewalt gegen Medienvertreter zu unterbinden und die Ereignisse vom 30.1.2015 aufzuklären. Bei einer Legida-Demonstration wurde am 30. Januar in Leipzig ein Bildjournalist an seiner Arbeit gehindert und von Polizeibeamten geschlagen. Dem DJV Sachsen liegen weitere Informationen vor, die darauf hindeuten, dass Journalisten bei ihrer Tätigkeit durch die Polizei behindert und nicht ausreichend geschützt werden. Der DJV Sachsen hatte bereits bei früheren Konflikten zwischen Polizei und Medienvertretern an den Innenminister appelliert, sich für einen fairen Umgang von Polizei und Medien stark zu machen. Die aktuellen Leipziger Ereignisse zeigen, dass die sächsische Polizei offensichtlich in jeder Hinsicht überfordert ist. (kmh/Foto Zapp)

 

DJV-Appell: Berichterstattung bei islamkritischen Demos sichern!

26. Januar 2015

Der DJV-Gesamtvorstand hat heute bei seiner Sitzung in Hannover alle Journalisten und Journalistinnen aufgefordert, dass sie bei aller gebotenen Vorsicht von islamkritischen Demonstrationen wie Pegida und Legida offen und umfassend berichten.

Sie dürfen sich nicht von Droh-Rufen wie „Lügenpresse halt die Fresse“ und „Lügenpresse auf die Fresse“ einschüchtern lassen.

Gleichzeitig appellierte der DJV-Gesamtvorstand an die Sicherheitsbehörden, ihrer Pflicht zum Schutz der Pressevertreter bei diesen Demonstrationen besser nachzukommen, als das teils bisher geschehen ist. Die im Grundgesetz verankerte Pressefreiheit gilt es in jedem Fall als Voraussetzung einer freien, demokratischen Gesellschaft zu sichern. Dies zu gewährleisten, ist auch die Politik in der Pflicht.

DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken forderte: „Journalisten müssen die Öffentlichkeit darüber aufklären, was sich wirklich vor Ort abspielt.“

DJV Sachsen verurteilt Gewalt gegen Journalisten

23. Januar 2015

Auf’s Entschiedenste verurteilt der DJV Sachsen die Attacken gegen Journalisten bei der Legida-Demonstration am Mittwoch in Leipzig. Als Interessenvertretung der Journalistinnen und Journalisten im Freistaat Sachsen lehnen wir jegliche Gewalt sowie verbale Beschimpfungen und Beleidigungen ab.

jm_Demo__1Die bereits seit Wochen zu registrierende zunehmend aggressive Stimmung bei Pegida in Dresden und nun auch bei Legida in Leipzig gipfelte am Mittwoch in den tätlichen Angriffen auf eine Gruppe von Journalisten. Wie Augenzeugen* berichten, ertönten erst „Lügenpresse”-Sprechchöre, anschließend wurden die Journalisten beleidigt und bespuckt. Nach kurzer Zeit eskalierte die Situation. Die Gruppe griff die Medienvertreter zielgerichtet und bewusst an. Durch Tritte und Schläge wurden einige Journalisten verletzt und Kameras beschädigt. Die Polizei war nicht in der Lage, die Journalisten zu schützen. Auch Legida-Ordner griffen nicht ein.

Der DJV fordert die Veranstalter auf, eine weitere Eskalation der Stimmung gegen die Medien insgesamt und insbesondere gegen anwesende bzw. berichtete Journalistinnen und Journalisten zu verhindern. Die Polizei fordert der DJV Sachsen auf, sich stärker für die Sicherheit der Medienvertreter einzusetzen. Sie ist bei den Demonstrationen nicht für die Sicherung der Meinungsfreiheit, sondern auch für die grundgesetzlich gesicherte Pressefreiheit zuständig. Dazu gehört, dass Medienvertreter ungehindert arbeiten können.

*Interview mit betroffenem Redakteur von mephisto 
Spiegel-Beitrag zum Thema
Foto: Jörn Wolf 

 

 

Zum Tod von Udo Reiter

10. Oktober 2014

Udo Reiter luTrauer und Betroffenheit herrschen beim DJV Sachsen nach dem plötzlichen Tod des früheren MDR-Intendanten Prof. Udo Reiter. Obwohl die Interessen der Mitglieder des Deutschen Journalisten-Verbandes nicht immer mit den Intentionen des langjährigen Mannes an der Spitze des Mitteldeutschen Rundfunks im Einklang standen, sind die Leistungen Reiters beim Aufbau der Dreiländer-Anstalt unumstritten. Als Intendant des MDR hatte Reiter entscheidenden Anteil daran, dass sich die Hörfunk- und Fernsehangebote weitesgehend eigenständig profilieren konnten. Der DJV Sachsen fand bei Udo Reiter während dessen Amtszeit stets einen gesprächsbereiten Partner.

http://www.mdr.de/nachrichten/udo-reiter108.html

Heute beim MDR: Tag der Freien

27. September 2014

mdrfrei vornHeute (27. September 2014) findet erstmals ein Freientag beim MDR in Leipzig statt. Der Freienrat des Senders hat die Veranstaltung vorbereitet. Finanziell unterstützt wird der Tag unter anderem vom DJV Sachsen. Der Landesverband ist in Leipzig mit seinem Stand unter dem Motto „DJV – gemeinsam stark in der Region“ vertreten und hält zahlreiche Informationsmaterialien bereit. Als Gesprächspartner stehen unter anderem DJV-Rechtsanwalt Carsten Lommatzsch und Manfred Olbrich (selbst jahrelang Freier und Freienrat beim MDR) zur Verfügung.  Vertreten ist am DJV-Stand auch die IGFF. Alle Freien beim Mitteldeutschen Rundfunk sind am 27.9, ab 13 Uhr herzlich in die MediaCity Leipzig (neben MDR-Zentrale) eingeladen.

Sie haben Fragen als Freier/Freie? —> DJV-Lexikon – Fragen und Antworten

Die DJV-Landesverbände in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

 


%d Bloggern gefällt das: