Archive for the ‘LVZ’ Category

Belegschaft bei LVZ und DNN soll bluten

23. Mai 2014

030620101723 LVZ Leipzig [hprfoto]Bestürzung in Leipzig und Dresden. Bei den zwei Madsack-Titeln Leipziger Volkszeitung (LVZ) und Dresdner Neueste Nachrichten (DNN) soll am Personal kräftig gespart werden. Die Pläne dazu lagen seit langem bei Madsack in den Schubfächern. Das gab immer noch eine gewisse Hoffnung, dass es vielleicht doch nicht ganz so schlimm kommen wird. Nun aber ist die Katze aus dem Sack. Mit 90 statt bisher knapp 140 Mitarbeitern soll in Leipzig zukünftig eine Tageszeitung produziert werden, die stärker an den Lesern dran sein will. Der Betriebsrat der LVZ bezweifelt das in einer Information an die Mitarbeiter, der DJV Sachsen ebenfalls. Auch bei der LVZ-Tochter in der Landeshauptstadt, bei den Dresdner Neusten Nachrichten, soll Personal reduziert werden. Hier geht es um sieben Mitarbeiter. Der lokale Charakter, dieser Tageszeitung wird dann nicht mehr zu halten sein.

Die Betriebsräte an beiden Standorten wollen in den nächsten Tagen mit den Geschäftsführungen verhandeln, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Der DJV Sachsen will in der kommenden Woche entscheiden, ob die Verlagsleitungen zu Tarifverhandlungen über einen Sozialplan aufgerufen werden. Für den Journalistenverband ist der Arbeitsplatzabbau in Leipzig und Dresden ein schockierender Beleg für die Hilflosigkeit in der Zeitungsbranche. Weniger Personal, heißt weniger Redaktion und das ist in jedem Fall weniger Qualität.

Kress-Mediendienst

 

LVZ im Schock

22. Mai 2014

LVZ Peterssteinweg [hprfoto]Dass die Pläne rund um Madsack 2018 auch die Leipziger Volkszeitung (LVZ) hart treffen würden, ist seit langem bekannt. Nun stehen die exakten Zahlen offensichtlich fest: Die Belegschaft wird von 126 auf 90 Stellen schrumpfen, so will es die Konzernleitung im Rahmen der geplanten Umstrukturierung. Der Betriebsrat will nun in Verhandlungen mit der Geschäftsleitung erreichen, dass so wenig wie möglich Kündigungen ausgesprochen werden. Die Gespräche dazu sollen Anfang Juni beginnen.

Die Mitarbeiter bei der Leipziger Verlag- und Druckereigesellschaft (LVDG), die die Leipziger Traditionszeitung herausgibt, sind geschockt. Der DJV Sachsen sieht in der Durchsetzung der Sparmaßnahmen auf dem Rücken der Belegschaft einen verantwortungslosen Umgang mit dem Kulturgut Tageszeitung: Wenn man die Macher einer Tageszeitung um ein Viertel reduziert, dann hat das unweigerlich Folgen für die Qualität. Das wiederum dient keineswegs dazu, die lokalen Printmedien zu stärken.
Ergänzung(23.5.2014): Bei der Dresdner Tochter der LVZ, den Dresdner Neuesten Nachrichten, sollen sieben Stellen gestrichen werden. Damit ist das Blatt in seiner derzeitigen Form, als Tageszeitung der Landeshauptstadt, nicht mehr machbar. 

Dresdner Dialog startet mit DNN-Chefredakteur

14. Februar 2013

Max DD-Altstadt 2b [hprfoto]Zum Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe stellt sich heute Abend Dirk Birgel, Chefredakteur der Dresdner Neuesten Nachrichten, dem Dresdner Dialog. Der 46-Jährige, der die DNN seit 1999 führt, dürfte einiges zu sagen haben: zum Dresdner Zeitungsmarkt, zur Zukunft der Zeitung – und nicht zuletzt zum eigentlich schon für den vergangenen Jahreswechsel geplanten Umzug der „DNN“ in die City.

Das Konzept des „Dresdner Dialogs“: Im Rahmen einer lockeren Stammtisch-Begegnung stellt sich ein mehr oder weniger prominenter, auf jeden Fall aber interessanter Gast aus der Medienwelt den Fragen des Moderators und der Teilnehmer – und kommt sicherlich auch ins Erzählen…

Moderator Lars Radau trifft Dirk Birgel heute, am 14. Februar, um 19.30 Uhr im Restaurant Max , Wilsdruffer Straße 24, 01067 Dresden.

Die Veranstaltung ist kostenlos, um eine kurze Anmeldung unter Lars.Radau@djv-sachsen.de wird gebeten.

Nach Tarifflucht nun auch Domizilflucht???

28. März 2012

Gerüchte kursieren um das traditionsreiche Haus an der Dresdner Hauptstraße. Bald könnten hier nur noch leere Räume zu finden sein: Die Geschäftsräume verlassen, die Redaktionsbüros verwaist. Die Dresdner Neuesten Nachrichten und ihr Mantellieferant, die Leipziger Volkszeitung, fahren seit Monaten einen immer tiefgreifenderen Sparkurs. Mitte des vorigen Jahres stiegen beide Zeitungsverlage zunächst aus dem Flächentarif aus, dann wurden Stellen gestrichen und nun soll offensichtlich in Dresden kräftig gespart werden. Im Verlagsbereich soll es Stellenabbau geben, die Redaktion wird umziehen (flurfunk). Anvisiert ist angeblich ein Redaktionsbüro in der Prager Straße. Dem Verlagshaus der früheren CDU-Zeitung Die Union in der Dresdner Neustadt dürfte dann das gleiche Schicksal drohen, wie denen von Sächsische Neueste Nachrichten und Sächsisches Tageblatt.

 

2011: Bilanz durchwachsen

31. Dezember 2011

Eine positive Bilanz in Bezug auf die Mitgliederentwicklung kann der DJV Sachsen für das Jahr 2011 ziehen. Erstmals seit 2003 hat sich die Mitgliederzahl stabilisiert und ist sogar leicht angestiegen. Zum Jahreswechsel 2011/2012 gehören dem DJV Sachsen genau 1382 Mitglieder an. Landesvorstand und Geschäftsführung sehen darin eine Bestätigung für langjährige solide Arbeit. Medien- und Wirtschaftskrise haben in der zurückliegenden Dekade vor allem viele Freie Journalistinnen und Journalisten zum Aufgeben gezwungen. Gleichzeitig sind auch zahlreiche  journalistische Arbeitsplätze für festangestellte Redakteure in Sachsen weggefallen.

Der DJV setzt sich vor allem für eine insgesamt gerechte Vergütung  journalistischer Arbeit ein. Tarifpolitische Arbeit wird jedoch immer komplizierter. Mit dem Wechsel in eine OT-Mitgliedschaft im Sächsischen Zeitungsverlegerverband haben im Sommer 2011 die Verlage von LVZ und DNN im sächsischen Printbereich praktisch eine tariffreie Zone geschaffen. Erst durch Vereinbarung eines Haustarifes für beide Zeitungsverlage konnte den Mitarbeitern wieder eine zeitverschobene Anbindung an den Flächentarif in Aussicht gestellt werden. Ein bei der Sächsischen Zeitung/Morgenpost Dresden bestehender Haustarifvertrag wird seit Jahren missachtet und unterwandert. Lobenswert ist hingegen eine 2,5prozentige Gehaltsanhebung für die Mitarbeiter der Freien Presse Chemnitz. Der nichttarifgebundene Verlag hat damit eine längst fällige Einkommensverbesserung für seine Beschäftigten vollzogen.

Beim Mitteldeutschen Rundfunk konnten für Feste und Freie ebenfalls Einkomensverbesserungen erhandelt werden. Hier sind vor allem die Bedingungen für die Freien verbesserungswürdig. Honoraranhebungen sind nicht automatisch auch Einkommensverbesserungen, weil der MDR die Möglichkeit hat, das Auftragsvolumen zu verringern. Der DJV sowie die beim MDR vertretenen Gewerkschaften ver.di und DOV haben mit der Geschäftsleitung daher Bestandsschutzregeln vereinbart, die für die oft langjährig beschäftigten Freien mehr Sicherheit für die Zukunft bringen sollen.

Auch für Journalistinnen und Journalisten im tariffreien Bereich (Privatfunk, Zeitschriften, PR) ist der DJV Sachsen attraktiv. Beratungs- und Rechtsschutzleistungen werden von den Mitgliedern ebenso gern angenommen, wie die Ausstellung des Presseausweises.

Keine Mehrheit für Hilder

26. September 2011

Laut dpa hat der Chefredakteur der «Leipziger Volkszeitung», Bernd Hilder, bei der Intendanten-Wahl am heutigen 26. September 2011 keine Mehrheit im Rundfunkrat bekommen. Hilder bekam nur zwölf Ja-Stimmen bei 41 anwesenden Rundfunkräten. 29 Mitglieder stimmten gegen ihn. In der „Volksabstimmung“ des DJV Sachsen bekam Hilder nur 7,7 % Ja-Stimmen. Nun muss ein neuer Kandidat gesucht werden. Der langjährige Senderchef Udo Reiter ( 67 ) scheidet Ende Oktober aus. 

Bernd Hilder ( 52 ) sagte nach der Wahl der Nachrichtenagentur dpa: «Schade. Gerne hätte ich dem MDR geholfen, aus seiner Krise herauszukommen.» Er war einziger Kandidat und hatte sich im Verwaltungsrat gegen die stellvertretende MDR-Intendantin Karola Wille und den stellvertretenden WDR-Fernsehdirektor Helfried Spitra durchgesetzt – allerdings erst im vierten Wahlgang. In den vergangenen Wochen gab es hinter den Kulissen ein heftiges Gerangel über die Besetzung der Spitzenposition. Am kommenden Montag will der Verwaltungsrat über einen neuen Kandidaten beraten. Offensichtlich werden die Kandidaten aus der ersten Runde dabei keine Rolle mehr spielen. (dpa/MH)

Mutig: Entgegen der bisherigen Übung berichtet auch lvz-online*: http://nachrichten.lvz-online.de/nachrichten/topthema/keine-mehrheit-fuer-bernd-hilder-als-mdr-intendant/r-topthema-a-107318.html

* nur durfte keiner kommentieren…. Ausgeschaltet!

Zum Thema: Der Freitag

Heute MDR-Intendantenwahl

26. September 2011

Der derzeitige Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung (seit 2003), Bernd Hilder (52), soll am heutigen 26. September 2011  nach dem Willen des MDR-Verwaltungsrates neuer Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks werden. Prof. Dr Udo Reiter, Gründungsintendant und seit zwanzig Jahren im Amt, hatte im Mai dieses Jahres sein vorzeitiges Ausscheiden angekündigt. Bernd Hilder wurde am 5. September  nominiert. Der Verwaltungsrat brauchte nach Medienberichten vier Wahlgänge, um sich für den 52jährigen zu entscheiden. Seitdem wird die Personalie Hilder in der Öffentlichkeit heftig diskutiert. Fürsprecher finden sich dabei allerdings kaum. Wird der Kandidat heute gewählt und somit ins Intendantenhaus der Dreiländeranstalt einziehen?


Mehr zum Thema: Intendanten-Wiki  Gutachten zur Wahl-des-Intendanten-des-MDR 
mdr  Süddeutsche  LVZ  Flurfunk  L-iz  taz  taz und BH  twitter Thüringer Allgemeine  kreuzer  Zapp
Funkkorrespondenz  Hannoversche Allgemeine   stern.de   Frankfurter Rundschau   kurier;-)

Neuer MDR-Intendant ein Neuleipziger?

6. September 2011

Der derzeitige Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung (seit 2003), Bernd Hilder (52), soll nach dem Willen des MDR-Verwaltungsrates neuer Intendant der Dreiländeranstalt werden. Die endgültige Wahl ist am 26. September im Rundfunkrat geplant. Der Verwaltungsrat brauchte nach Medienberichten am gestrigen Montagabend (5.9.2011) vier Wahlgänge, um sich für den 52jährigen zu entscheiden. Prof. Dr Udo Reiter, Gründungsintendant und seit zwanzig Jahren im Amt, hatte im Mai dieses Jahres sein vorzeitiges Ausscheiden angekündigt.

mehr zum Thema: Intendanten-Wiki   mdr  Süddeutsche  LVZ  Flurfunk  L-iz  taz  taz und BH  twitter Thüringer Allgemeine  kreuzer  Zapp  Funkkorrespondenz  Hannoversche Allgemeine  Kurier:-)

DJV fordert: Tarifflucht beenden

23. August 2011
Der Bundesvorsitzende des DJV Michael Konken hat heute tarifflüchtige Zeitungsverlage dazu aufgefordert, in die Tarifbindung zurückzukehren. „Die Flächentarifverträge für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen sind das Siegel des Qualitätsjournalismus in Deutschland“, erklärte Konken. Wer sich außerhalb der Tarifverträge stelle, negiere die journalistische Leistung der Kolleginnen und Kollegen.
Diese Aufforderung richtet sich auch an die Verlage von Leipziger Volkszeitung und Dresdner Neueste Nachrichten, die kurz vor Abschluss der Verhandlungen im Sächsischen Zeitungsverlegerverband in eine OT-Mitgliedschaft wechselten. Der DJV Sachsen hat den Geschäftsführer der Leipziger Verlages Norbert Schmid bereits in der vorigen Woche dazu ermuntert, eine Rückkehr zur Tarifbindung in Erwägung zu ziehen. „Der aktuelle Tarif-Abschluss für die Tageszeitungsredakteure fordert die Tarifflüchtlingen zu einer Rückkehr geradezu auf“, so Geschäftsführer Michael Hiller. Er habe Schmid mitgeteilt, dass dies die Mitarbeiter als eine Motivation besonderer Art werten würden. „Eine Einmalzahlung von 200 Euro in diesem Jahr, sollte für LVZ und DNN machbar sein. Und auch die Einmalzahlung und die moderate lineare Erhöhung im Jahr 2012 sind von beiden Unternehmen zu leisten.“ Am 18. August hatten sich DJV, ver.di und BDZV auf einen neuen Gehaltstarifvertrag geeinigt.

DJV fordert Haustarif bei LVZ und DNN

21. Juli 2011

Nachdem sich die Verlagshäuser von Leipziger Volkszeitung und Dresdner Neueste Nachrichten aus der Tarifbindung „verabschiedet“ haben, hat der DJV Sachsen nunmehr offiziell zu Haustarifverhandlungen aufgefordert. Bereits am 14. Juli hatte LVDG-Geschäftsführer Norbert Schmid Bereitschaft zu Gesprächen signalisiert und auf  August/September orientiert. LVZ und DNN waren die einzigen zwei Tageszeitungen in den ostdeutschen Bundesländern (außer Berlin), bei denen die Flächentarifverträge für Redakteurinnen und Redakteure umfassend galten. Am 5. Juli 2011 wechselten die zwei Verlage im Verband Sächsischer Zeitungsverleger in eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung. Die festangestellten Mitarbeiter sind damit von den linearen Gehaltsentwicklungen abgekoppelt. Bei Neueinstellungen muss das bestehende Tarifwerk nicht mehr angewendet werden. Nachwirkung haben tariflichen Regelungen für alle bestehenden Arbeitsverträge.

Foto: Ab sofort ohne Tarifbindung: die Redakteure der DNN (hprfoto)


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