Archive for the ‘MDR’ Category

Journalistenpreise vergeben

11. Mai 2016

Preisträger des Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki Preises 2016 ausgezeichnet

20160511_205502(0)-1Emilia Smechowski, Tilla Fuchs, Marek Tomasz Pawłowski, Małgorzata Walczak, Kinga Wołoszyn-Kowanda und Krzysztof Czajka ausgezeichnet Feierliche Preisverleihung am 11. Mai 2016 in der Media City Leipzig

Die Sieger des 19. Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreis 2016 sind am Abend des 11. Mai 2016 auf einer Festveranstaltung während der Deutsch-Polnischen Medientage in der Leipziger Media City geehrt worden.

Der erste Platz in der Kategorie Print ging an Emilia Smechowski für ihren Beitrag „Ich bin wer, den du nicht siehst“ in der „TAZ am Wochenende“. In der Kategorie Hörfunk setzte sich Tilla Fuchs mit ihrem Feature „New York New York oder Neues aus der alten Heimat“, erschienen im Sr2 Kulturradio, durch. Der Dokumentarfilm „Dotknięcie anioła“ („Vom Wunder des Überlebens“) von Marek Tomasz Pawłowski und Małgorzata Walczak vom TVP Redaktion Form Dokumentalnych und WDR PG Dokumentation gewann in der Kategorie Fernsehen. Den Sonderpreis „Journalismus in der Grenzregion“, den der gastgebende Freistaat Sachsen gestiftet hat, ging an die Autoren Kinga Wołoszyn-Kowanda und Krzysztof Czajka für die Fernsehsendung „Kowalski & Schmidt“ von TVP Wrocław/RBB. (more…)

Medientreffpunkt Mitteldeutschland eröffnet

9. Mai 2016

MTP2016Seit heute steht die Leipziger Media City wieder im mitteldeutschen Medienblickpunkt. Am Nachmittag wurde der dreitägige Medientreffpunkt eröffnet. Prominentester Gast war Thüringens Ministerpräsident Bodo Rammelow. Er knüpte in seinem Grußwort an seinen Auftritt im Vorjahr an, konnte allerdings nicht viel neues vermelden. Anders der sächsische Staatskanzleichef Dr. Fritz Jaeckel: Medienkonvergenz sei das Zauberwort. Genaueres werde man später hören. Eins deutete er allerdings schon an: „Medienkonvergenz im Interesse der Medienwirtschaft“, darauf hätten sich die Medienminister der Bundesländer verständigt. Frische und Realitätssinn bewies Roland Tichy. Es sei völlig unwichtig ob es Pegida, Legida oder Lügenpresserufe gebe: Journalisten müßten ihren Job machen und die sogenannten neuen Medien mit ihren Inhalten füttern. Dienstag und Mittwoch sind mit Podiumsdiskussionen gefüllt, die sich alle mehr oder weniger intensiv dem Thema des diesjährigen Treffs widmen: Die Wucht des Wandels – In neuen Systemen leben. (kmh)

http://www.medientreffpunkt.de

 

Dreimal Media City im Mai

14. April 2016

Medientreffpunkt, Deutsch-Polnische Medientage und Deutsch-Polnischer Journalistenpreis das sind die Lockvögel der 19. Kalenderwoche. Alle drei Highlights haben sich die Leipziger Media City wechsler MTP 2016als Veranstaltungsort ausgesucht. Der Mitteldeutsche Medientreffpunkt lockt schon seit Jahren traditionell Anfang Mai in die Location nahe der MDR-Zentrale. Die Deutsch-Polnischen Medientage wandern durch die benachbarten ostdeutschen Bundesländer und die westpolnischen Wojewodschaften, ebenso die Verleihung des Medienpreises, der seit einigen Jahren Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreis heißt. Leipzig bedeutet in diesem Fall auch: Der Freistaat Sachsen ist diesmal der Veranstalter. Der DJV Sachsen wird bei allen drei Veranstaltungen in der Media City präsent sein und dabei auf einen Newcomer im Dreiländereck aufmerksam machen: Den Deutsch-Tschechischen Journalistenpreis. der in diesem Jahr erstmals ausgeschrieben wird und bei dem unter anderem der Sonderpreis „Milena Jesenska“ vergeben werden soll. Für den Medientreffpunkt Mitteldeutschland und die Deutsch-Polnischen Medientage sind Anmeldungen noch möglich.

Medientreffpunkt Mitteldeutschland
Deutsch-Polnische Medientage
Deutsch-Polnischer Journalistenpreis

 

Bis 31.1. noch schnell T.O.M.

26. Januar 2016

vgwort tomAm Sonntag ist Meldeschluss für die VG Wort! Alle Autoren, also auch Journalisten, die Texte verfassen, sollten hier einen Wahrnehmungsvertrag abschließen. Die VG Wort ist eine Verwertungsgesellschaft für Publizisten der Print- und elektronischen Medien. Aufgrund des Wahrnehmungsvertrages sichern sich Autoren eine zusätzliche Vergütung für ihre publizistischen oder wissenschaftlichen Texte. Die Meldung an die VG Wort erfolgt jährlich über T.O.M. – Texte online melden. Die Mitgliedschaft in der VG Wort ist kostenfrei.

http://www.vgwort.de

DJV verurteilt Attacke auf MDR-Reporterin

12. Januar 2016

(geändert und ergänzt am 12.1.2016, 15.20 Uhr) Empörung und Entsetzen herrscht beim DJV Sachsen nach der Attacke* auf eine MDR-Reporterin am gestrigen Montagabend in Leipzig. Der Legida-Aufmarsch wurde mit Unterstützung Dresdner Pegida-Vertreter erneut genutzt, um gegen demokratische Institutionen sowie die Medien zu hetzten. Die Attacke gegen die Reporterin von MDR-info ist eine unmittelbare Folge der seit über einem Jahr anhaltenden und vor allem in Dresden geduldeten Pegida-Aktionen. Die DJV-Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, MDR und die sächsischen Zeitungsverleger hatten bereits im Oktober des zurückliegenden Jahres auf die zunehmenden Attacken auf Journalisten und Medien hingewiesen, dagegen protestiert und mehr Schutz gefordert. Angriffe auf Journalisten und die Medien insgesamt sind nicht hinnehmbare Angriffe auf die Meinungsfreiheit und damit auf einen Grundwert der Demokratie.

*Bei dem Legida-Aufmarsch am Montagabend wurde der Reporterin Ine Dippmann ins Gesicht geschlagen und zuvor das Handy herunter geschlagen. Im Interview schildert Sie die Situation. Ine Dippmann ist Vorsitzende des DJV Sachsen.

 

 

Sicherheit für Medienvertreter gefordert

5. Oktober 2015

DJV-Landesverbände, MDR und Sächsischer Zeitungsverlegerverband wollen mehr Sicherheit bei der Berichterstattung

Mitteldeutscher Rundfunk (MDR), Zeitungsverlegerverband und die DJV-Landesverbände in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (DJV) protestieren gegen die Ausweitung der Hetze und Gewalt gegen Medien, die bei den Pegida- und Legida-Aufmärschen in Dresden und Leipzig besonders augenfällig ist. Das Aufputschen von teilweise tausenden Anhängern der Bewegungen mit den Rufen „Lügenpresse“ ist nicht nur für alle Medienvertreter unerträglich. Sie beschädigt die Demokratie, schafft eine Stimmung der Verunsicherung in der Bevölkerung und provoziert Handlungen bis hin zum Einsatz von Gewalt.

Zeitungsverleger, die Journalistenverbände und Mitteldeutscher Rundfunk fordern die Politik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen daher auf, dem Spuk endlich entschieden entgegen zu treten. Die Medien, sowohl der MDR als auch die Tageszeitungen in Mitteldeutschland, sind trotz der permanenten Verbalangriffe durch die Pegida- und Legida-Demonstranten stets um sachliche und objektive Berichterstattung bemüht. Die andauernden „Lügenpresse“-Rufe sorgen jedoch für eine Vergiftung des Klimas, die nicht mehr hinnehmbar ist. Wer Journalisten angreift und verletzt, muss mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zur Verantwortung gezogen werden. Die tätlichen Angriffe der letzten Zeit sollten für die politisch Verantwortlichen in den drei Bundesländern Anlass sein, den Umgang  mit Pegida-Veranstaltungen sowie ähnlichen Gruppierungen gründlich zu überdenken.

Was folgt nach einzelnen Tritten und Schlägen gegen Medienvertreter?

Die DJV-Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, der Sächsische Zeitungsverlegerverband und der Mitteldeutscher Rundfunk erwarten von den Innenministerien und den Polizeiorganen, dass sie Angriffe auf Journalisten unterbinden.

Wer die Meinungs- und Pressefreiheit derart beschädigt, greift die Demokratie insgesamt an. MDR, Zeitungsverlegerverband und Journalistenverbände schließen auch juristische Schritte nicht aus.

(Gemeinsame Erklärung von DJV Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, MDR und Sächsischem Zeitungsverlegerverband)

Deutsch-Polnische Preisträger geehrt

26. Mai 2015

Während der Deutsch-Polnischen Medientage wurden in der vergangenen Woche die Sieger im Wettbewerb um den diesjährigen Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreis 2015 geehrt. In den Kategorien Print, Hörfunk und Fernsehen haben Medienvertreter für Beiträge in der „Gazeta Wyborcza“, auf Radio Wrocław und des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) am Abend während einer festlichen Gala in Stettin die begehrten, mit jeweils 5.000 Euro dotierten Preise erhalten. Der mit derselben Summe dotierte Sonderpreis „Journalismus in der Grenzregion“ ging diesmal an Journalisten, die einen Beitrag für Radio Stettin produzierten. Tomasz Sobieraj, Vizemarschall der Woiwodschaft Westpommern, als Gastgeber der Gala betonte, Journalisten, die sich mit deutsch-polnischen  Angelegenheiten auseinandersetzen, verdienen spezielle Anerkennung. Die Gewinner und Nominierten wurden in Trafostacja Sztuki in Stettin geehrt. (more…)

Leipzig: MTM balanciert

10. Mai 2015

MTM 2015 Balance [hprfoto]Rundfunkbalance gewahrt – Presseaussichten trübe – Jugendsender verjährt

Ein Gespenst geht um im früheren MDR-Live-Land, das heute von diversen Blättern und Sendern in seltsamer politischer Vorahnung schon stetig „Mitteldeutschland“ geheißen wird, so als ob es rings um den Brocken und diesem zu Füßen läge: Das Gespenst nennt sich Rot-Rot-Grün (manchmal auch „R2G“), und herrscht schon in Sachsens Landeshauptstadt im Stadtrat und in Thüringen via Landtag auch über Wälder und Felder.

Dabei ist eigentlich nahezu überall große Koalition angesagt, was generell schlecht für Minderheiten aller Art ist. Unter diesem Dilemma und den damit verbundenen schwarzroten Schattenspielen lag auch der 17. Medientreffpunkt Mitteldeutschland, der von Montag bis Mittwoch unter dem fast esoterischen Titel „Neue Balance“ 40 Diskussionsrunden mit rund 200 Referenten anbot, wobei am Hauptknoten des Bahnstreiks mitten im Weselsky-Land erstaunlich wenige fernblieben. Die Dichte der Teilnehmer in der „Media City“ Leipzig entsprach ungefähr der des Vorjahres, wo rund 500 geschätzt wurden. Die Organisatoren der AG Medientreffpunkt, der als Verein auf den drei Medienanstalten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fußt, sprechen wie im Vorjahr von 1.100 Teilnehmern, die professionellen Zähler hatten derweil anderswo zu tun.

Am Montag bekam das Gespenst ein Gesicht: Bodo Ramelow, wie nahezu jeder über Gebühr strebsame Politiker aus Niedersachsen stammend und nun als erster linker Ministerpräsident nach 25 Jahren BRDDR ein Vorbote der neuen Zeit, hielt seine medienpolitische Rede und rührte hernach in einer Suppe, an deren Zubereitung er wahrlich keinerlei Anteil hatte: „Die Glaubwürdigkeit der Medien – Gesellschaft aus der Balance?“ umschrieb man den Tribut an die neuen Montagsdemonstranten.

Während in Jahren mit reiner schwarzen Vorherrschaft auf der ganzen Mitteldeutscherde sich gern alle drei mitteldeutschen Unionschefs hier trafen, kam der normalerweise früher aufstehende Reiner Haseloff erst am Mittwoch und Stanislaw Tillich gar nicht nicht nach Leipzig. So blieb Sachsen-Anhalt der Glaubwürdigkeitsdebatte ganz fern und Dresden schickte seinen untadeligen Chefvermittler Frank Richter – einst Gruppe der 20, derzeit oberster sächsischer Politbildner in die Bütt.

So geht sächsisch. Doch er war als wohl einziger Gast mit persönlichen Kontakt zum wütenden Fußvolk ein würdiger Ersatz.

Der neue Geist aus Leipzig

Zwei Altlasten waren aus dem Vorjahr abzuarbeiten, wo „Resonanz“ als ebenso weich ausbalanciertes Leitthema diente: Die Umsetzung des Verfassungsgerichtssurteil zur politischen Gremienbesetzung von öffentlich-rechtlichen Anstalten und der neue Jugendkanal in dem mit zehn (!) Leuten besetztes Podium unter dem Titel „Die Balance der neuen Vielfalt“. MDR-Intendantin Karola Wille sagte damals, dass der öffentlich-rechtliche Jugendkanal in einem Jahr auf Sendung und bei der 17. Ausgabe in Leipzig Thema sein werde. Nur letzteres traf zu.

Der Sender kommt, allerdings nur im Netz. Der danach plötzlich beschworene gemeinsame „Geist von Leipzig“ betraf eher andere Themen wie die Einführung neuer Regularien und der Ersetzung von ultrakurzen Radiowellen durch DAB+, bei dem alle (außer der Endverbraucher) sparen könnten.

Ebenso unbefriedigend eine Diskussion über die die neue staatliche Förderung privater, lokaler Fernsehsender, die eigentlich mit Qualitätskriterien verbunden sein sollte. Doch Moderator Ralf Siepmann übte sich in Bevorzugung ihm bekannter Teilnehmer und in Selbstreflektionen, die nicht immer zum Thema beitrugen. So konnte er Michael Sagurna (SLM) nur ein vages Kriterium der entlocken: 15 Minuten Informationsendung pro Tag und 30 pro Woche.

Sachsens DJV-Geschäftsführer Michael Hiller lenkte den Blick auf die Inhalte und forderte die Verstetigung guter journalistischer Arbeit.

Die Lokalsender müssen „authentisch wiedergeben, was in der Region passiert“, so Hiller. Eines der Probleme sah er darin, dass in lokalen Medien sehr viele Journalisten arbeiten, die ihr Handwerk gerade erst erlernen.

Für Printmenschen geht es in der Funkstadt Leipzig seit Jahren in einer Runde um die Zukunft der Zeitung, diesmal in einer Runde „Perspektive Zeitung . Der Druck der Zukunft“. Matthias Koch, Chefredakteur des so genannten „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND) der Madsack-Mediengruppe, ließ es sich nicht nehmen, einen peinlichen Werbefilm einzuspielen, in der der modernste Hannoveraner Newsroom der Welt vergöttert wurde. Koch erläuterte die Struktur seiner Zeitungen samt der durchlaufenden und der Wechselseiten ohne zu erwähnen, dass derzeit erst 18 der 35 Madsack-Zeitungen auf sein Angebot zurückkommen. Außerdem lobte er die Qualitäts- und Spareffekte der Gleichschaltung ohne zu betonen, dass sein beispielgebender Freier Korrespondent, der vorher an mehrere Zeitungen der Gruppe lieferte, nun garantiert nur noch einmal bezahlt wird.

Auch sein Verweis des Verzichtes auf DPA-Meldungen zugunsten eigener Korrespondenten in einigen Bereichen hinkt, weil zumindest bei der Leipziger Volkszeitung seit der Layoutreform auf explizite Kennzeichnung der Agenturmeldungen verzichtet wird. Warum auch immer – wohl dem, der seine lokale Autoren kennt und daher den Fremd-, also Sparanteil der eigenen Zeitung einschätzen kann.

Anders als im Vorjahr, als sich die Verlagsmanager ungestört gegenseitig die Bälle zu spielten und erklären konnten, dass Personalabbau und Qualitätszuwachs sich nahezu bedingen, versäumte es Annette Milz, Chefredakteurin des Medium Magazins, nicht, zweimal auf den Grund des Konzeptes „Madsack 2018″, welches in Leipzig ja besondere Blüten treibt, hinzuweisen: Spardruck.

„Kein Mensch braucht mehr eine Tageszeitung!“

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Rettet „Madsack2018″ 35 regionale Tageszeitungen in Nord-, Ost- und Mitteldeutschland? Annette Milz vom Medium Magazin befragt Matthias Koch vom Madsack-Redaktionsnetzwerk.

Auf der sicheren Seite war Romanus Otte. Seine Welt-Gruppe hat nach der Strategieänderung des Axel-Springer-Verlags auf „Online first“ leicht reden:„Kein Mensch braucht heute noch eine Zeitung!“ Selbst wer keine Tageszeitung mehr lese, könne durchaus gut informiert am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Zeitungen würden zum Luxusgut wie„mechanische Uhren“, sagt Otte. Bei der Welt-Gruppe sei nicht mehr die Zeitung, sondern der Journalismus das Produkt, das Medium als Kanal egal.„Die Welt“ sei dann das„Best of“ des Tages. Aha.

So bleibt das Fazit zwiespältig und die Frage: Wo will der Medientreffpunkt künftig hin? Es hat keinen Sinn, die Rednerzahl beizubehalten, aber die der Panels zu verringern und thematisch zu verwässern. Auch das Programmheft, welches von 140 auf schlanke 60 Seiten schrumpfte und nix mehr über die Referenten kundtut (was bei Fasco = AG MTM oder = TLM bzw. Ramelow = Thüringen oder Wille = MDR natürlich reicht), weil ein jeder aufgrund des allgemeinen Spannungsgehalts und fettem kabellosen Netz in der ganzen Medienstadt für smarte Geräte sowieso Zeit fürs Netzgucken hat.

Dass angesichts von Veranstalter und Zielgruppe kein akademischer Fachkongress, der Fachjournalisten und Medienstudenten in Scharen anzieht, zustande kommen kann, ist klar. Auch ist die Terminlage traditionell ungünstig, weil die Verlagsheroen zeitgleich zum Europäischen Zeitungskongress in Wien (2015 mit rund 200 Chefredakteuren, Blattmachern oder Art-Direktoren) und die Netz- und Demokratiefreaks derweil bei der „Re:publica“ (450 Referenten, 6000 Gäste, 600 Journalisten) in Berlin weilen. Und in Leipzig zählt seit jeher das Techtelmechtel ringsherum plus– und wie man privater Radioparty und exklusiver MDR-Party und bei den Pausengesprächen sieht– die seltenen Treffen der Politiker aus Mitteldeutscherde. Aus der Presseresonanz ist daher gewöhnlich weder Relevanz noch Balance abzulesen.

Andreas Herrmann

Kernaussagen einiger Veranstaltungen:

www.medientreffpunkt-mitteldeutschland.de

Fotos: Andreas Herrmann, [hprfoto]

IfK-Praxisforum: Lügenpresse?

29. Januar 2015

podium__09Beim Praxisforum des Institutes für Kommunikation (IfK) diskutierten gestern in Dresden Wissenschaftler und Praktiker die Frage „Was ist dran am Vorwurf der „Lügenpresse“?  Zuvor gab’s eine wissenschaftliche Einstimmung von Prof. Lutz Hagen, der dann mit seinem Kollegen Prof. Wolfgang Donsbach, den Chefredakteuren Uwe Vetterick (Sächsische Zeitung) und Dirk Birgel (Dresdner Neueste Nachrichten) sowie dem MDR-Sachsen-Funkhauschef Sandro Viroli und Michael Konken (DJV-Bundesvorsitzender) das Thema anging. Das Publikum wurde in breitem Umfang einbezogen. Für Eingeweihte gab es allerdings nicht viel Neues. Dennoch dürfte die Runde zum Verständnis für die Arbeit der Medien beigetragen haben (kmh).
Foto: Jörn Wolf

Unsere tweets von gestern Abend (leicht bearbeitet):

Lügenpresse – was ist dran? Die Veranstaltung des IFK an der TUD heute versuchte eine Diskussion – es blieb halbherzig – ist die Luft raus?

Fehler passieren, nichts versendet sich, man muss korrigieren (Viroli)

Medienkompetenz heißt auch, die Medien transparenter zu handhaben Konken: Journalisten müssen wieder näher ran

Vetterick: mehr Gelassenheit und den Menschen aufs Maul schauen aber nicht nach dem Mund reden

Aus dem Publikum: mehr Genauigkeit und Qualität ist erforderlich

Fehler passieren, nichts versendet sich, man muss korrigieren (Viroli)

Medienkompetenz heißt auch, die Medien transparenter zu handhaben Konken: Journalisten müssen wieder näher ran

Vetterick: mehr Gelassenheit und den Menschen aufs Maul schauen aber nicht nach dem Mund reden

Aus dem Publikum: mehr Genauigkeit und Qualität ist erforderlich

Vetterick: Berichterstattung ist schwer, wenn niemand reden will

Verschwörungstheorien zur Rolle der Medien, deren Aufgabe sei klar, meint ein Teilnehmer

Kommentar müssen in erster Linie gut sein (Birgel)

Vetterick: SZ-Redaktion ist pluralistisch, Arbeit ist auf den Leser ausgerichtet

Wie arbeiten die Medien? Viroli berichtet, wie’s beim MDR läuft

Konken: Selbstkritik bei Medien und Journalisten ist durchaus angesagt

Birgel: Stimmung gegen Journalisten bei pegida von Anfang an aufgeheizt

Medien um Objektivität bemüht, Teile des Publikums sehen das anders

Viroli beklagt Behinderungen

Viroli: TV bildet ab, was real geschieht – bei pegida wurde TV behindert, soziale Netzwerke haben Bilder geliefert

Birgel: Anfangs pegida nicht ernst genommen

Vetterick: pegida-Entwicklung war nicht absehbar, SZ hat sich nichts vorzuwerfen

Was ist dran am Vorwurf „Lügenpresse“ Diskussion mit Konken, Birgel, Hagen, Donsbach, Vetterik und Viroli derzeit in DD

flurfunk-live-blog

 

„Lügenpresse“ und mehr…

14. Januar 2015

Lügenpresse Dresden„Lügenpresse“ ist zum Unwort des Jahres gekürt worden. In Dresden haben wir uns schon fast dran gewöhnt, dass es uns am Rand bei PEGIDA-Demonstrationen entgegengeschleudert wird. Doch es bleibt nicht dabei, wie ein Beitrag im MDR-Sachsenspiegel zeigt. Hinnehmen werden wir diesen Umgang mit Journalistinnen und Journalisten nicht. Wir ermuntern unsere Kollegen ausdrücklich, über Übergriffe zu berichten, bei Bedarf auch vertraulich direkt an den DJV Sachsen.

Foto MDR-Sachsenspiegel


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