Archive for the ‘Privatfunk’ Category

Presseausweis 2017 – jetzt beantragen!

16. November 2016

Schnell vorn 0In wenigen Wochen beginnt das neue Jahr, es ist an der Zeit den Presseausweis 2017 zu beantragen. Damit Sie zum Jahreswechsel den neuen Presseausweis zur Verfügung haben, sollten Sie bereits jetzt den Antrag stellen. Der DJV Sachsen stellt die Ausweise für alle Journalistinnen und Journalisten aus, die im Freistaat ihren Wohnsicht haben oder beim DJV in Sachsen Mitglied sind. Für Mitglieder gibt es die unkomplizierte Beantragung über ein Internet-Formular. Nichtmitglieder können ebenfalls einen Presseausweis beim DJV beantragen. Sie können ein Formular downloaden und die Presseausweis-Gebühr bequem online bezahlen.

http://sachsen.djvmail.de/startseite/service/fuer-mitglieder/presseausweis.html

Medientreffpunkt Mitteldeutschland eröffnet

9. Mai 2016

MTP2016Seit heute steht die Leipziger Media City wieder im mitteldeutschen Medienblickpunkt. Am Nachmittag wurde der dreitägige Medientreffpunkt eröffnet. Prominentester Gast war Thüringens Ministerpräsident Bodo Rammelow. Er knüpte in seinem Grußwort an seinen Auftritt im Vorjahr an, konnte allerdings nicht viel neues vermelden. Anders der sächsische Staatskanzleichef Dr. Fritz Jaeckel: Medienkonvergenz sei das Zauberwort. Genaueres werde man später hören. Eins deutete er allerdings schon an: „Medienkonvergenz im Interesse der Medienwirtschaft“, darauf hätten sich die Medienminister der Bundesländer verständigt. Frische und Realitätssinn bewies Roland Tichy. Es sei völlig unwichtig ob es Pegida, Legida oder Lügenpresserufe gebe: Journalisten müßten ihren Job machen und die sogenannten neuen Medien mit ihren Inhalten füttern. Dienstag und Mittwoch sind mit Podiumsdiskussionen gefüllt, die sich alle mehr oder weniger intensiv dem Thema des diesjährigen Treffs widmen: Die Wucht des Wandels – In neuen Systemen leben. (kmh)

http://www.medientreffpunkt.de

 

Leipzig: MTM balanciert

10. Mai 2015

MTM 2015 Balance [hprfoto]Rundfunkbalance gewahrt – Presseaussichten trübe – Jugendsender verjährt

Ein Gespenst geht um im früheren MDR-Live-Land, das heute von diversen Blättern und Sendern in seltsamer politischer Vorahnung schon stetig „Mitteldeutschland“ geheißen wird, so als ob es rings um den Brocken und diesem zu Füßen läge: Das Gespenst nennt sich Rot-Rot-Grün (manchmal auch „R2G“), und herrscht schon in Sachsens Landeshauptstadt im Stadtrat und in Thüringen via Landtag auch über Wälder und Felder.

Dabei ist eigentlich nahezu überall große Koalition angesagt, was generell schlecht für Minderheiten aller Art ist. Unter diesem Dilemma und den damit verbundenen schwarzroten Schattenspielen lag auch der 17. Medientreffpunkt Mitteldeutschland, der von Montag bis Mittwoch unter dem fast esoterischen Titel „Neue Balance“ 40 Diskussionsrunden mit rund 200 Referenten anbot, wobei am Hauptknoten des Bahnstreiks mitten im Weselsky-Land erstaunlich wenige fernblieben. Die Dichte der Teilnehmer in der „Media City“ Leipzig entsprach ungefähr der des Vorjahres, wo rund 500 geschätzt wurden. Die Organisatoren der AG Medientreffpunkt, der als Verein auf den drei Medienanstalten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fußt, sprechen wie im Vorjahr von 1.100 Teilnehmern, die professionellen Zähler hatten derweil anderswo zu tun.

Am Montag bekam das Gespenst ein Gesicht: Bodo Ramelow, wie nahezu jeder über Gebühr strebsame Politiker aus Niedersachsen stammend und nun als erster linker Ministerpräsident nach 25 Jahren BRDDR ein Vorbote der neuen Zeit, hielt seine medienpolitische Rede und rührte hernach in einer Suppe, an deren Zubereitung er wahrlich keinerlei Anteil hatte: „Die Glaubwürdigkeit der Medien – Gesellschaft aus der Balance?“ umschrieb man den Tribut an die neuen Montagsdemonstranten.

Während in Jahren mit reiner schwarzen Vorherrschaft auf der ganzen Mitteldeutscherde sich gern alle drei mitteldeutschen Unionschefs hier trafen, kam der normalerweise früher aufstehende Reiner Haseloff erst am Mittwoch und Stanislaw Tillich gar nicht nicht nach Leipzig. So blieb Sachsen-Anhalt der Glaubwürdigkeitsdebatte ganz fern und Dresden schickte seinen untadeligen Chefvermittler Frank Richter – einst Gruppe der 20, derzeit oberster sächsischer Politbildner in die Bütt.

So geht sächsisch. Doch er war als wohl einziger Gast mit persönlichen Kontakt zum wütenden Fußvolk ein würdiger Ersatz.

Der neue Geist aus Leipzig

Zwei Altlasten waren aus dem Vorjahr abzuarbeiten, wo „Resonanz“ als ebenso weich ausbalanciertes Leitthema diente: Die Umsetzung des Verfassungsgerichtssurteil zur politischen Gremienbesetzung von öffentlich-rechtlichen Anstalten und der neue Jugendkanal in dem mit zehn (!) Leuten besetztes Podium unter dem Titel „Die Balance der neuen Vielfalt“. MDR-Intendantin Karola Wille sagte damals, dass der öffentlich-rechtliche Jugendkanal in einem Jahr auf Sendung und bei der 17. Ausgabe in Leipzig Thema sein werde. Nur letzteres traf zu.

Der Sender kommt, allerdings nur im Netz. Der danach plötzlich beschworene gemeinsame „Geist von Leipzig“ betraf eher andere Themen wie die Einführung neuer Regularien und der Ersetzung von ultrakurzen Radiowellen durch DAB+, bei dem alle (außer der Endverbraucher) sparen könnten.

Ebenso unbefriedigend eine Diskussion über die die neue staatliche Förderung privater, lokaler Fernsehsender, die eigentlich mit Qualitätskriterien verbunden sein sollte. Doch Moderator Ralf Siepmann übte sich in Bevorzugung ihm bekannter Teilnehmer und in Selbstreflektionen, die nicht immer zum Thema beitrugen. So konnte er Michael Sagurna (SLM) nur ein vages Kriterium der entlocken: 15 Minuten Informationsendung pro Tag und 30 pro Woche.

Sachsens DJV-Geschäftsführer Michael Hiller lenkte den Blick auf die Inhalte und forderte die Verstetigung guter journalistischer Arbeit.

Die Lokalsender müssen „authentisch wiedergeben, was in der Region passiert“, so Hiller. Eines der Probleme sah er darin, dass in lokalen Medien sehr viele Journalisten arbeiten, die ihr Handwerk gerade erst erlernen.

Für Printmenschen geht es in der Funkstadt Leipzig seit Jahren in einer Runde um die Zukunft der Zeitung, diesmal in einer Runde „Perspektive Zeitung . Der Druck der Zukunft“. Matthias Koch, Chefredakteur des so genannten „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND) der Madsack-Mediengruppe, ließ es sich nicht nehmen, einen peinlichen Werbefilm einzuspielen, in der der modernste Hannoveraner Newsroom der Welt vergöttert wurde. Koch erläuterte die Struktur seiner Zeitungen samt der durchlaufenden und der Wechselseiten ohne zu erwähnen, dass derzeit erst 18 der 35 Madsack-Zeitungen auf sein Angebot zurückkommen. Außerdem lobte er die Qualitäts- und Spareffekte der Gleichschaltung ohne zu betonen, dass sein beispielgebender Freier Korrespondent, der vorher an mehrere Zeitungen der Gruppe lieferte, nun garantiert nur noch einmal bezahlt wird.

Auch sein Verweis des Verzichtes auf DPA-Meldungen zugunsten eigener Korrespondenten in einigen Bereichen hinkt, weil zumindest bei der Leipziger Volkszeitung seit der Layoutreform auf explizite Kennzeichnung der Agenturmeldungen verzichtet wird. Warum auch immer – wohl dem, der seine lokale Autoren kennt und daher den Fremd-, also Sparanteil der eigenen Zeitung einschätzen kann.

Anders als im Vorjahr, als sich die Verlagsmanager ungestört gegenseitig die Bälle zu spielten und erklären konnten, dass Personalabbau und Qualitätszuwachs sich nahezu bedingen, versäumte es Annette Milz, Chefredakteurin des Medium Magazins, nicht, zweimal auf den Grund des Konzeptes „Madsack 2018″, welches in Leipzig ja besondere Blüten treibt, hinzuweisen: Spardruck.

„Kein Mensch braucht mehr eine Tageszeitung!“

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Rettet „Madsack2018″ 35 regionale Tageszeitungen in Nord-, Ost- und Mitteldeutschland? Annette Milz vom Medium Magazin befragt Matthias Koch vom Madsack-Redaktionsnetzwerk.

Auf der sicheren Seite war Romanus Otte. Seine Welt-Gruppe hat nach der Strategieänderung des Axel-Springer-Verlags auf „Online first“ leicht reden:„Kein Mensch braucht heute noch eine Zeitung!“ Selbst wer keine Tageszeitung mehr lese, könne durchaus gut informiert am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Zeitungen würden zum Luxusgut wie„mechanische Uhren“, sagt Otte. Bei der Welt-Gruppe sei nicht mehr die Zeitung, sondern der Journalismus das Produkt, das Medium als Kanal egal.„Die Welt“ sei dann das„Best of“ des Tages. Aha.

So bleibt das Fazit zwiespältig und die Frage: Wo will der Medientreffpunkt künftig hin? Es hat keinen Sinn, die Rednerzahl beizubehalten, aber die der Panels zu verringern und thematisch zu verwässern. Auch das Programmheft, welches von 140 auf schlanke 60 Seiten schrumpfte und nix mehr über die Referenten kundtut (was bei Fasco = AG MTM oder = TLM bzw. Ramelow = Thüringen oder Wille = MDR natürlich reicht), weil ein jeder aufgrund des allgemeinen Spannungsgehalts und fettem kabellosen Netz in der ganzen Medienstadt für smarte Geräte sowieso Zeit fürs Netzgucken hat.

Dass angesichts von Veranstalter und Zielgruppe kein akademischer Fachkongress, der Fachjournalisten und Medienstudenten in Scharen anzieht, zustande kommen kann, ist klar. Auch ist die Terminlage traditionell ungünstig, weil die Verlagsheroen zeitgleich zum Europäischen Zeitungskongress in Wien (2015 mit rund 200 Chefredakteuren, Blattmachern oder Art-Direktoren) und die Netz- und Demokratiefreaks derweil bei der „Re:publica“ (450 Referenten, 6000 Gäste, 600 Journalisten) in Berlin weilen. Und in Leipzig zählt seit jeher das Techtelmechtel ringsherum plus– und wie man privater Radioparty und exklusiver MDR-Party und bei den Pausengesprächen sieht– die seltenen Treffen der Politiker aus Mitteldeutscherde. Aus der Presseresonanz ist daher gewöhnlich weder Relevanz noch Balance abzulesen.

Andreas Herrmann

Kernaussagen einiger Veranstaltungen:

www.medientreffpunkt-mitteldeutschland.de

Fotos: Andreas Herrmann, [hprfoto]

DJV Sachsen begrüßt Förderung Freier Radios

1. Mai 2015

Logos Freie Radios kMittel aus dem Rundfunkbeitrag gehen zukünftig auch an die drei Freien Radios in Sachsen. Der DJV Sachsen begrüßt diese aus der Änderung der Mediengesetzgebung folgende Neuerung.
Der sächsische Landtag hatte am 29. April 2015 mehrer Gesetze des Freistaates entsprechend geändert.

Die Entscheidung, den nichtkommerziellen Rundfunk zu finanzieren, begründet die Regierungskoalition aus SPD und CDU mit vergleichbaren Regelungen in anderen Bundesländern, in denen Bürgermedien durch die jeweiligen Medienanstalten seit langem gefördert werden. “Die Förderung der in Sachsen lizenzierten nichtkommerziellen Radiosender wird zur Pflichtaufgabe der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM). Damit wird die SLM verpflichtet, Radio Blau, Radio T und coloRadio mit einer auskömmlichen Finanzierung auszustatten”, heißt es in der offiziellen Begründung.

Die bisherige Regelung verbot eine Förderung der Freien Radios aus den Einnahmen der Rundfunkgebühr ebenso wie die Finanzierung durch Werbung. Die UKW-Verbreitungskosten konnten nur nur mit großer Mühe und durch die direkte Unterstützung der Hörerinnen und Hörer aufgebracht werden.
(PI/hiller) (more…)

Zur Änderung des Privatfunkgesetzes

10. Juli 2014

Im Zusammenhang mit der heute vom Landtag verabschiedeten Änderung des Privatfunkgesetzes fordert der DJV Sachsen, die nunmehr mögliche finanzielle Förderung vom Angebot journalistischer Inhalte abhängig zu machen. Kommerzielle Radioanbieter, die solche journalistischen Angebote ausstrahlen, sollten  nicht ausschließlich von Werbeeinnahmen abhängig sein. Die finanzielle Förderung der Verbreitungskosten für private Rundfunkanbieter müsse in vollem Umfang im Interesse der Meinungs- und Pressefreiheit umgesetzt werden, sie dürfe nicht zur Staatsnähe führen.

Nach Ansicht des DJV Sachsen muss die Förderung durch die SLM an ein zu definierendes Minimum an journalistischen und kulturellen Inhalten im Programm gebunden sein. Insbesondere gehe es darum, Nachrichtliches und Hintergrundinformationen zu senden. Der DJV Sachsen hat dabei auch die nichtkommerziellen Anbieter im Freistaat im Blick.

Die Bindung einer Förderung an die Verbreitung journalistischer Inhalte hätte nach Ansicht des DJV Sachsen bereits im Gesetz fixiert werden müssen.

Förderung nur für journalistische Angebote!

2. Juni 2014

Der DJV Sachsen fordert bei der vorgesehenen Änderung des Privatfunkgesetzes, die geplante Förderung vom Angebot journalistischer Inhalte abhängig zu machen. In einem Brief an mehrere im Sächsischen Landtag vertretenen Parteien heißt es: „Örtliche kommerzielle Radioanbieter, die solche journalistischen Angebote ausstrahlen, sollten  nicht ausschließlich von Werbeeinnahmen abhängig sein“. Es scheine sinnvoll, dass diese Anbieter auch finanziell unterstützt werden. Diese finanzielle Unterstützung, die nicht zur Staatsnähe führen darf, kann nur an eine globale Forderung geknüpft werden: Finanzielle Förderung durch die SLM sollte daher gebunden sein,  an ein zu definierendes Minimum an journalistischen und kulturellen  Inhalten im Programm. Insbesondere muss es darum gehen, Nachrichtliches und Hintergrundinformationen zu senden. Der DJV Sachsen hat dabei auch die nichtkommerziellen Anbieter im Blick.

Aufgabe der SLM und ihrer Gremien müsse es sein zu prüfen, dass tatsächlich journalistische Inhalte verbreitet werden. Besonderes Augenmerk sei darauf zu legen, dass journalistische Programminhalte tatsächlich frei von fremder Einflussnahme sind. Eine öffentliche Förderung von auszustrahlender Werbung muss ausgeschlossen bleiben.

Die Bindung einer Förderung an die Verbreitung journalistischer Inhalte muss nach Ansicht des DJV Sachsen bereits im Gesetz festgeschrieben werden. Das geschehe im derzeitigen Entwurf des Gesetzes der Koalition nicht. Projekte, die überwiegend der Ausstrahlung von Werbung dienen, müssten von jeder Förderung durch die SLM ausgeschlossen werden.

SLM muss Kontrollfunktion wahrnehmen

19. Februar 2014

Klamme Kassen dürfen nicht zum Aufweichen der gesetzlich geregelten Unabhängigkeit von Rundfunkprogrammen führen. Das stellt der DJV Sachsen im Zusammenhang mit der jetzt bekannt gewordenen Zusammenarbeit von Television Zwickau mit dem Landratsamt Zwickau fest. Die Sächsische Landesmedienanstalt müsse sich schnellstens mit dem eigenartigen Geschäftsmodell auseinandersetzen und die Fortsetzung unterbinden.  

Meinungsfreiheit kDas Sächsische Privatfunkgesetz schreibt die Sicherung der Meinungsvielfalt verbindlich fest und schließt staatliche Stellen und sonstige juristische Personen des öffentlichen Rechts von der Zulassung für private Rundfunkprogramme aus. Es könne nicht sein, dass dieses Prinzip über die Hintertür der finanziellen Unterstützung einzelner Programme oder Programmteile ausgehebelt wird, so der DJV Sachsen. Entspricht es der Tatsache, dass vom Landratsamt sogar die Details für die redaktionelle Berichterstattung vorgegeben wurden, so muss diese Zusammenarbeit unverzüglich abgebrochen werden.  

Dem DJV Sachsen ist bekannt, dass die wirtschaftliche Situation vieler privater Rundfunkveranstalter in Sachsen kompliziert ist – Förderung tut Not, dennoch müssen die Sender ihre publizistische Unabhängigkeit bewahren. Das gilt insbesondere bei der Zusammenarbeit mit politischen Parteien und staatlichen Stellen. Im Fall Zwickau haben nach Ansicht des DJV Sachsen sowohl die Verantwortlichen des Landratsamtes als auch die des Rundfunkveranstalters gehörig versagt.  

Hintergrund: Einem Bericht der Freien Presse zufolge wurden Nachrichtenbeiträge des regionalen Fernsehsenders TV Zwickau in den vergangenen zwei Jahren mit öffentlichen Mitteln des Landratsamtes finanziert. Neben Geldzahlungen erhielt der TV-Sender auch redaktionelle Vorgaben.

Das Ergebnis der Zusammenarbeit in Zwickau ist derweil auf der Videoplattform Youtube zu sehen. Dort präsentiert der Landkreis derzeit 97 Videos, die meisten sind als Bestandteil der Nachrichtensendung „Tag aktuell“ ausgewiesen: www.youtube.com/ landkreiszwickau

DPJP: Große Themenvielfalt

27. Januar 2014

136 Einsendungen im Wettbewerb um den Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreis 

Der diesjährige Wettbewerb um den „Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreis“ ist auf eine gute Resonanz gestoßen. Insgesamt 136 Beiträge wurden bis zum Stichtag am 10. Januar 2014 eingereicht. Aus Deutschland kamen 70 Beiträge, aus Polen 66. Erneut war der Bereich Print mit 71 Einsendungen am stärksten vertreten, es folgten Fernsehen (39) und Hörfunk (26).

Schon bei der ersten Sichtung wurde die große thematische Vielfalt bei den Einsendungen deutlich. Neben historischen Themen sind viele Beiträge der Annäherung beider Völker im Alltag gewidmet. So wird die erste Generation von Polen vorgestellt, die in einem freien Land aufgewachsen ist und dank neuester Technik im ständigen Austausch mit ihrem westlichen Nachbarn steht. Einer der Schwerpunkte bei den deutschen Beiträgen ist die Zuwanderung. Polen erzählen über ihr Leben in der neuen Heimat, und Deutsche berichten, wie das Land zunehmend auf seine Nachbarn angewiesen ist, die Dorfgemeinden beleben und ihre erfolgreichsten Produkte exportieren.

Auf polnischer Seite stehen die Beiträge im Zeichen der Identitätssuche. Vertreter der Nachkriegsgeneration erzählen von Reisen zurück zu ihren Wurzeln oder werfen einen Blick auf die frühere gemeinsame Geschichte. Beiträge erinnern an die Völkerschlacht von Leipzig und an den aus Schlesien stammenden Literaten Gerhart Hauptmann. Überhaupt gibt es dieses Jahr einen Kulturschwerpunkt: Mehrere Beiträge haben deutschpolnische Theatergruppen und Festivals. 

In den kommenden Wochen nominiert die deutsch-polnische Jury die besten Beiträge und wählt die Preisträger aus. Verkündet und geehrt werden alle Gewinner auf der festlichen Gala im Rahmen der Deutsch-Polnischen Medientage, die am 8. Mai im Plenarsaal des neuerbauten brandenburgischen Landtags in Potsdam stattfindet. Es ist die 17. Auflage des Preises, der seit Dezember 2013 den Namen Deutsch-Polnischer Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreis“ in Anerkennung der journalistischen Tätigkeit des im Oktober 2013 verstorbenen Publizisten, Bürgerrechtlers und ersten demokratisch gewählten Premiers Polens nach der Wende trägt.

Stifter des  Preises sind die Robert Bosch Stiftung, die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit sowie sechs Partnerregionen – die Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und der Freistaat Sachsen sowie die Woiwodschaften Zachodniopomorskie (Westpommern), Lubuskie (Lebuser Land) und Dolny Śląsk (Niederschlesien).

Der Preis wird in den Kategorien Print, Hörfunk und Fernsehen vergeben und ist jeweils mit 5.000 Euro dotiert.  Erstmals ausgelobt wurde der in gleicher Höhe dotierte Sonderpreis „Journalismus in der Grenzregion“, den das Gastgeberland Brandenburg stiftet. Dieser wird von der Jury für einen Beitrag vergeben, der das Zusammenwachsen und die Veränderungen im Alltag der Grenzregion dokumentiert und von Journalistinnen oder Journalisten aus den sechs Partnerregionen verfasst wurde. Er wird vom Minister für Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg, Ralf Christoffers, übergeben.

Der Deutsch-Polnische Journalistenpreis wird seit 1997 jährlich vergeben und seit 2008 im Rahmen der Deutsch-Polnischen Medientage verliehen.  (PI)

http://www.deutsch-polnischer-journalistenpreis.de/

90elf: Nichts geht mehr! Schade.

2. Juni 2013

90elf internet daumen untenFußballfans wissen es, die Aufforderung: „Einfach auf den Playbutton drücken und los geht’s“ wird ab Montag, dem 3. Juni 2013, nicht mehr das digitale Tor zu Fußballreportagen öffnen. Auch Spielankündigungen und –ergebnisse sind dann auf der Web-Plattform 90elf nicht mehr zu finden. Nach fünf Jahren Sendebetrieb macht das erste Fußballradio Deutschlands dicht. Erstmals wurde die Saison 2008/2009 via Internetradio begleitet. Am 1. August 2011 kam dann eine Digitalfrequenz hinzu.

90elf übertrug alle Spiele der 1. und 2. Bundesliga, die Spiele des DFB-Pokals sowie ausgewählte Spiele der Champions- und Europa Leadue. „Unter anderem Günter Netzer, Manfred „Manni“ Breuckmann oder Wilfried Mohren saßen für 90elf hinter dem Mikrofon und kommentierten Spiele“, ist bei Quotenmeter.de zu lesen. Knapp 400.000 Hörer schalteten an einem durchschnittlichen Spieltag ein, 2011 erhielt das Projekt den deutschen Radiopreis in der Kategorie „Innovation“. Das Fussballradio wurde von der in Leipzig ansässigen Regiocast GmbH veranstaltet. Nach Auskunft von Pressesprecher Nico Nickel bemüht sich das Unternehmen um neue Arbeitsmöglichkeiten für die von der Schließung Betroffenen. Grund für das Aus sind die fehlenen Audio-Übertragungsrechte für die 1. und 2. Bundesliege, die an Sport1 abgetreten werden mußten.

Super-GAU für Sachsens Privat-TV?

31. Mai 2013

Nach Ansicht des Bundesverbandes Lokal-TV  droht der Gattung Lokalfernsehen in Sachsen das Aus“. In einer Pressemitteilung spricht der BLTV-Vorstandsvorsitzende Klaus-Dieter Böhm gar von einem „medienpolitischen Super-GAU…. Die hohen Kosten der Digitalisierungsprozesse, zu denen die Veranstalter gezwungen sind, führen unsere Sender in den finanziellen Ruin.“ Die sächsische Staatsregierung verstoße gegen ihren eigenen Koalitionsvertrag. Darin wird das Lokalfernsehen als erhaltenswertes Kulturgut bezeichnet. „Leider haben es CDU und FDP bei schönen Worten belassen. Wir ernten jetzt die Früchte ihrer Untätigkeit“, sagt Böhm.

In der Pressemitteilung heißt es weiter:  

„Modelle zur Förderung des Lokalfernsehens wie in Bayern, Österreich oder in der Schweiz belegten eindrucksvoll, wie finanzielle Unterstützungen durch die Länder nicht nur zu einem stabilen Mediensystem, sondern auch zur demokratischen Meinungsbildung und Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen auf regionaler und lokaler Ebene führen kann. „Auch der Freistaat Sachsen habe den Sendern immer wieder Unterstützung zugesichert, lässt die Programmveranstalter aber seit Jahren ausbluten, wirkliche Hilfe fehlt“, erklärt Böhm. Die schwarzgelbe Koalition in Dresden verstoße gegen ihren eigenen Koalitionsvertrag, in dem das Lokalfernsehen aufgrund seiner gesellschaftlichen Leistungen als erhaltenswertes Kulturgut verankert wurde.  

Sachsens Lokalfernsehsender weisen einen außerordentlich hohen Vernetzungsgrad auf. Allein dadurch konnte das Lokalfernsehen in Sachsen sein Dasein bisher sichern. Wenn Leipzig und Chemnitz ihre Programme einstellen, so hat das aufgrund der engen  Kooperationen in Hinblick auf Programmaustausch, Vermarktung und Technik direkte Folgen für alle anderen Lokalsender in Sachsen.

Erfolgreiche Programmformate wie „7 Tage Sachsen“ stehen somit in Frage und zahlreiche Werbekombinationen können faktisch nicht mehr bedient werden.“

LEIPZIG FERNSEHEN und SACHSEN FERNSEHEN haben gestern mitgeteilt, dass sie im September ihren Sendebetrieb einstellen werden. Davon betroffen sind an beiden Standorten zusammen rund 40 Mitarbeiter. Beide Programme zählen mit 300.000 Zuschauern (Weitester Seherkreis) zu den zuschauerstärksten Sendern in Ostdeutschland. 

Der DJV Sachsen hatte sich gestern bereits zu Situation geäußert und fordert die Staatsregierung auf, endlich aktiv zu werden.


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