Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Abhören von Journalisten – unrechtmäßig!

29. Juni 2017

Nach Berichten des Medienmagazins ZAPP wurden im Zuge der Ermittlungen wegen Verdachts auf „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ Telefongespräche von Leipziger Journalisten abgehört und aufgezeichnet. Dem Bericht zufolge wurden die betroffenen drei Journalisten nicht informiert und die Aufzeichnungen zunächst auch nicht gelöscht.
Als berufliche Interessenvertretung der Journalistinnen und Journalisten kritisiert der DJV Sachsen dieses Vorgehen der Ermittlungsbehörden. Das Abhören von Telefongesprächen ist ein schwerwiegender Eingriff in die Pressefreiheit. Es zeugt von wenig Sensibilität, wenn Aufzeichnungen angefertigt und aufbewahrt wurden, obwohl bekannt war, dass es sich um Gespräche handelte, bei denen Journalisten beteiligt waren. Die Daten hätten unverzüglich gelöscht werden müssen.
Der sächsische Journalistenverband fordert die Ermittlungsbehörden des Freistaates auf, die Vorgänge gründlich zu überprüfen und dafür Sorge zu tragen, dass zukünftig bei Ermittlungen die Rechte von Journalisten in vollem Umfang gewahrt werden.

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Gelungen und gut besucht: Jahresauftakt 2016

28. Januar 2016

JA 2016Der Einladung zum nun schon fast traditionellen Jahresauftakt der Kommunikationsverbände in Sachsen waren auch beim dritten Mal zahlreiche Mitglieder von DJV, DPRG, Presseclub Dresden, Pressesprecherverband (BdP) sowie der sächsischen Marketingclubs gefolgt. In der Dresdner VW-Manufaktur gab es am gestrigen Abend (27. Januar 2016)  viel Interessantes zu erfahren – unter anderem bei einer Gesprächsrunde zum Thema Zukunfts-Kommunikation. Mit dabei der im November 2015 gewählte neue Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes Prof. Frank Überall (Foto, 2. v. l.). Er diskutierte mit Norbert Minwegen (DPRG), Marco Vollmer (BdP) und Moderator Peter Stawowy  (links).

 

Besonnenheit und Vorsicht

19. Oktober 2015

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes Michael Konken ruft Demonstranten und Gegendemonstranten heute in Dresden zur Besonnenheit auf. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Radikalisierung von Pegida-Anhängern rät DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken den Berichterstattern, „im eigenen Interesse das Demonstrationsgeschehen besonders aufmerksam zu beobachten“. Er erinnert an die gewaltsamen Übergriffe auf zwei Journalisten bei der Pegida-Demonstration am 28. September. Die Ereignisse hätten gezeigt, dass die Hemmschwelle zur Gewaltanwendung bedrohlich gesunken sei.

Presseinfo

 

Sächsische Journalisten fahren nach Strasbourg

4. September 2015

Strassburg2012 (hprfoto]Die seit langem angekündigte dreitägige Exkursion interessierter sächsischer DJV-Mitglieder zum EU-Parlament in Strasbourg hat seit gestern ein konkretes Gesicht: Das detaillierte Programm steht und liegt den Teilnehmern vor, die sich spätestens am Montag, dem 7. September 2015, auf die Reise machen. Vorgesehen sind dann in Strasbourg zunächst die Teilnahme an der Plenartagung und am Dienstag Gespräche mit den Europa-Abgeordneten Constanze Kehl (SPD), Dr. Cornelia Ernst (Die Linke) sowie Dr. Peter Jahr  und Herman Winkler (beide CDU). Den Abschluss bilden am Mittwoch Rede, Debatte und Pressekonferenz zur Lage der Europäischen Union mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Präsident Martin Schulz.

Zur Exkursion, die vom EU-Parlament finanziert wird, konnten sich Mitglieder des DJV Sachsen anmelden, die aktuell hauptberuflich journalistisch tätig sind. Der ursprünglich gemeinsam mit tschechischen Journalisten geplante Aufenthalt in Strasbourg kam leider nicht zustande.

Große Hausaufgaben und kleine Geister

7. November 2014

Weimar als gastlicher Tagungsort und als Sparversion für den DJV-Bundesverbandstag, der erstmalig und zu Testzwecken auf zwei Tage und einen gemeinsamen Abend verkürzt wurde. Die Kürze in unmittelbarer Nähe von Wolfgang, Friedrich, Anna und Charlotte, aber auch von Bauhaus, Buchenwald und Deutschem Nationaltheater, war insofern schade, weil die Stadt just zu den aktuellen Jubiläen vor allem den westdeutschen Delegierten viel in Sachen Heimat-, National- und Republikkunde zu erzählen gehabt hätte und endlich auch mal wieder urbanes Flair ohne Luxus-Schnickschnack bot.

GoeSchill_NatTheaterDie großen Beschlüsse kann man nachlesen: Zwischen Tarifeinheit und Bahnstreik gelegen gab es innerhalb von 24 Stunden sechs Pressemitteilungen im Rahmen der Debatte. Die wichtigste aus sächsischer Sicht: Die Wahl zum Presserat kürte mit Katrin Saft, die seit kurzem die gemeinsame Verbraucherredaktion von Sächsischer Zeitung und Freier Presse als geschäftsführende Chefredakteurin leitet, mit 195 Stimmen als Vierte für zwei Jahre zum einzig frei gewählten Mitglied aus Sachsen in einem Bundesgremium. Und das nur knapp hinter Heike Rost aus Rheinland-Pfalz (212), Sergej Lochthofen aus Erfurt (209) und Sascha Borowsky aus Bayern (205). Nicht mehr wiedergewählt wurde Peter Welchering, Vize-Vorsitzender aus Baden-Württemberg, der vorab die Sicherheit des Wahlverfahren namens „Digivote III“ öffentlich anzweifelte und nun durch den plötzlich angetretenen Hessen namens Klaus Andrießen von der Wetzlarer Neuen Zeitung ersetzt wird – per altem Wahlverfahren.

Unerfreulich für die Landesverbände von Sachsen wie Sachsen-Anhalt war die kühle Ablehnung einer gemeinsam eingereichten Resolution, die sich im Kern wie folgt las: „Der Bundesverbandstag ruft alle Journalistinnen und Journalisten in Deutschland auf, auch bei der Berichterstattung über Krisen im Ausland vorurteilsfrei, hintergründig und umfassend zu recherchieren, eindeutig die Quellen und die Validität dieser Quellen zu benennen sowie bei der Berichterstattung eine angemessene journalistische Distanz auch gegenüber den deutschen Regierungsbehörden zu wahren. Bei der Anwendung von Gewalt und der Verletzung von Völkerrecht müssen bei der Einordnung gleiche Maßstäbe gelten.“ Schnell wurde in der Diskussion klar, dass in den letzten 25 Jahren noch nicht alle Schützengräben von einstürzenden Mauern begraben wurden: Im Meinungsmainstream drohte gar ein pro-ukrainisches Abstimmungsdebakel, obwohl der zitierte Absatz auch von der Antragskommission und vom Bundesvorstand so mitgetragen wurden und als Änderung empfohlen ward. So zog Sachsen die Resolution zurück. Jene vergiftete Stimmung wäre garantiert eine andere gewesen, wenn für die Delegierten Zeit gewesen wäre, die per Werbung omnipräsente Ausstellung „Krieg der Geister“ im benachbarten Neuen Museum der Klassik-Stiftung zu besuchen. Denn auch die Geistergrößen von damals frönten einem vermeintlich gesunden Patriotismus und fielen großer, von den Folgen unbeleckter Kriegsbegeisterung anheim. Die Zäsur erfolgte übrigens zum 400. Luther-Thesen-Jahr, als während der Reformationsparty viele Kirchenglocken zu Kanonen gegossen wurden. Und ein Jahr und neun Tage später (Huch: 9. November!) war plötzlich Revolution. Und bald Weimar Republik. Oder so. Verdammt lang her halt. Dafür gab es – entgegen der Antragskommission – zwei Siege von eigenen Anträgen: Im Abstimmungsendwust, wo eine Stunde vor Schluss die 59 Bayern schon auf dem Heimweg und vieles durchgewunken ward, bekam der Bundesvorstand zwei Aufträge aus Saschen und Anhalt: Einerseits, sich bei der Bundesregierung für die (bezahlbare) Rückkehr von Selbstständigen der Arbeitslosenversicherung einzusetzen. Andererseits für freie Journalisten im Rahmen einer Gruppenversicherung eine attraktive Altersversorgung im Presseversorgungswerk zu schaffen.

ah_BVT2014_Resolution01aAber auch in Sachen Vergütungsregeln sowie Mindesthonoraren und anderen sozialpolitischen Stellschrauben – vor allem in Sachen Krankheit, Beschäftigungszeiten bei Renten oder Pflegebedarf bei Kindern und Angehörigen hat der Bundesvorstand von seinen Freien, die zu 55 Prozent die Mehrheit beim Verbandstag stellten, dicke Hausaufgaben übers Jahr bis nach Fulda 2015 mitgegeben.

Auch bei den Agenturen, so ein sächsischer Antrag von Gisela Bauer, der vom Fachausschuss Freie getragen wie ein Messer durch die erschlaffte Plenumsbutter ging, soll es nie wieder Tarifverträge geben, bei denen die Freien Mitarbeiter – so wie jüngst bei DPA – zum Schluss einfach vergessen werden.

Die Debatte um eine Quote für Junge und/oder Frauen unter den Delegierten geht Sachsen hingegen rein gar nix an. Wir waren mit einem Viertel U-40-Jähriger und 60 Prozent Frauen vor Ort. Und das von Anfang bis Ende. (AH)

Netzinfos:

http://www.djv.de/startseite/profil/der-djv/djv-gremien/verbandstag.html

Landesvorstand steht…

12. April 2014

IMG_2704…natürlich stehen nur die Herren Vorstandsmitglieder;-) Auf der Bank sitzend von links nach rechts: Gisela Bauer, Ine Dippmann und Jana Mundus, dahinter von rechts nach links: Hartmut Weiße, Axel Arlt, Lars Radau, Dr. Jürgen Schlimper und Geschäftsführer Michael Hiller     Foto Volkmar Teich

Der DJV Sachsen hat einen neuen Landesvorstand. Bei der Mitgliederversammlung in Riesa wurde am heutigen 12. April 2014 Ine Dippmann (Leipzig) erneut zur Landesvorsitzenden gewählt.  Zweiter und dritter Vorsitzender sind Axel Arlt (Bautzen) und Dr. Jürgen Schlimper (Leipzig). Schatzmeister ist erneut Hartmut Weiße (Chemnitz). Beisitzer sind Jana Mundus (Dresden), Lars Radau (Dresden) und Gisela Bauer (Chemnitz). Die Mitgliederversammlung beschloss einstimmig bei einer Enthaltung eine neue Beitragsordnung und gab – ebenfalls einstimmig – grünes Licht für die Beteiligung des Landesverbandes bei einer Initiative für ein sächsisches Informationsfreiheitsgesetz.

Ine Dippmann erneut DJV-Vorsitzende in Sachsen

12. April 2014

Ine D AusschnittDie Leipziger Rundfunkjournalistin Ine Dippmann (39) ist erneut Vorsitzende des sächsischen Journalistenverbandes (DJV). Sie wurde am heutigen Nachmittag (12.4.2014) bei der Mitgliederversammlung des Landesverbandes in Riesa mit großer Mehrheit gewählt. Ine Dippmann war bereits zwei Jahre Vorsitzende des DJV Sachsen.

Der DJV-Landesverband Sachsen ist mit rund 1300 Mitgliedern die größte Journalistenvereinigung im Freistaat. Er vertritt als Berufsverband und Gewerkschaft die Interessen von festangestellten und freien Journalistinnen und Journalisten.

Von der Vhs ab ins Rathaus

7. Februar 2014

Riesa Rathaus [hprfoto] 051220135489 aspDie Fotoschau sächsischer Bindjournalisten „wandert“ zu Monatswechsel von der Dresdner Volkshochschule ins Riesaer Rathaus. Damit wechselt die aus dem gemeinsamen Fotowettbewerb von Mauritus-Brauerei und DJV Sachsen entstandene Schau erneut in eine andere Region: In die Mitte Sachsens. Am 19. März 2014 soll die Ausstellung offiziell im Rathaus in Riesa eröffnet werden. Bis Ende dieses Monats sind die Bilder noch in der Gorbitzer Aussenstelle der Volkshochschule Dresden zu sehen. Die Ausstellung war hier im Juli des vergangenen Jahres eröffnet worden. Der Ausstellungsort Riesa hat auch mit der diesjährigen Mitgliederversammlung des DJV Sachsen zu tun. Am 12. April treffen sich hier die Mitglieder des größten DJV-Verbandes in einem ostdeutschen Flächenland zur turnusmäßigen Vollversammlung. Die Bilderschau, die auch schon in Zwickau, Berlin und Mittweida zu sehen war bleibt bis Ende April in Riesa.

Tarifverhandlungen für wen?

18. Dezember 2013

Seit einem halben Jahr verhandeln DJV, verdi und BDZV über einen neuen Gehaltstarifvertrag für Tageszeitungsredakteure

In Berlin läuft seit dem heutigen Mittag die sechste Runde der Tarifverhandlungen für Redakteure an Tageszeitungen. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat vorab erklärt, er sei zu einem Tarifabschluss bereit. Sollte es heute in Berlin dazu kommen, dann sind die Vereinbarungen für die meisten Tageszeitungsmitarbeiter im Freistaat nicht unmittelbar relevant. Das ist das sächsische Resultat von Tarifflucht in sehr unterschiedlichen Nuancen. Während bei der Freien Presse in Chemnitz von Anfang an jegliche Tarifbindung abgelehnt wurde, standen Sächsische Zeitung (SZ) und Leipziger Volkszeitung (LVZ) den Flächentarifen zunächst nicht ablehnend gegenüber. Die LVZ, einschließlich der Dresdener Neuesten Nachrichten, gehört dem Verlegerverband an und sicherte bis 2011 die volle Tarifbindung. Bei der Sächsischen Zeitung gilt die Bindung an den Flächentarifvertrag über einen Haustarifvertrag. Allerdings wurden hier seit dem Jahr 2000 durch den DD+V veränderte Strukturen geschaffen, bei denen Neueinstellungen nun nicht mehr der Tarifbindung unterliegen. Nur hier bei der SZ gibt es also einen „Altbestand“ an tarifgebundenen Redakteuren. Ein weiterer Aspekt der Tarifumgehung ist die zunehmende Verlagerung der redaktionellen Arbeit auf Freie und die sogenannten Pauschalisten, ja selbst auf Leihredakteure. Der DJV Sachsen hat diese Situation in einem Schreiben Landtagsabgeordnete kritisiert und bei den Politikern um Unterstützung bei dem Ringen um flächendeckende Tarifbindung geworben. In dem Brief des DJV Sachsen heißt es: „Werden Sie aktiv, unterstützen Sie uns dabei, den Tarifverträgen in der Zeitungsbranche wieder die Bedeutung zu verschaffen, die ihnen zusteht!“

Einzig vom Arbeitsmarktpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag Stefan Brangs liegt bisher eine offizielle Anwort vor. Das Ignorieren von Tarifverträgen, so Brangs, werde zu Recht vom DJV an den Pranger gestellt. Gute Arbeit, sei es im Journalismus oder in jeder beliebigen Branche, werde über gute Arbeitsbedingungen und faire Gehälter garantiert, so der SPD-Politiker.

…und damit dieser Beitrag nicht einfach so im Netz steht, sei die DJV-Forderung hier nochmals deutlich gemacht:

Der DJV Sachsen fordert alle sächsischen Zeitungsverlage auf, ihre Mitarbeiter entsprechend Tarif zu beschäftigen und zu vergüten!    

Tageszeitungsredakteure in Sachsen abgehängt

16. September 2013

Anläßlich des derzeit in Dresden stattfindenden Zeitungskongresses konstatiert der DJV Sachsen eine zutiefst bescheidene Situation für die Journalistinnen und Journalisten, die an und für Tageszeitungen in der Landeshauptstadt arbeiten.  Die Tatsache, dass hier alle Redakteure in Unternehmen beschäftigt sind, die nicht an den Flächentarif gebunden sind, sagt bereits viel über die Situation. Lediglich bei der Sächsischen Zeitung gibt es rund drei Dutzend Mitarbeiter im Redaktionsbereich, die noch über einen Haustarifvertrag an den bundesweiten Tarif angeschlossen sind. Die Arbeit in den sächsischen Redaktionen wird ansonsten zunehmend auf Pauschalisten beziehungsweise Redakteure ohne Tarifbindung oder schlecht bezahlte Freie Mitarbeiter verlagert. Trotz deren ohnehin mieser Honorierung werden ihnen immer wieder weitere Kürzungen zugemutet. So erst kürzlich bei den Dresdner Neuesten Nachrichten.

Freie fair 135Der DJV Sachsen fordert daher die sächsischen Zeitungsverlage auf, sich zu den Flächentarifen für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen zu bekennen und für die Freien Mitarbeiter endlich die von DJV und ver.di gemeinsam mit dem BDZV ausgehandelten Vergütungsregeln anzuwenden. Die Akzeptanz der sächsischen Printmedien und damit ihre wirtschaftliche Situation ist vorrangig von der journalistischen Qualität abhängig, die gibt es nicht zum Nulltarif.

Zum Thema: Faire Bezahlung für Freie


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