Posts Tagged ‘Datenpanne’

Funkzellenüberwachung skandalös

22. Juni 2011

Unpassend und skandalös ist für den DJV Sachsen die jetzt bekannt gewordene Funkzellenüberwachung der Dresdner Polizei am 19. Februar 2011. Weder zu Anlassen, wie sie an dem Februartag in Dresden gegeben waren noch mit anderen Begründungen sind Telefondatenerfassungen in derartigem Umfang gerechtfertigt. Der DJV Sachsen sieht in der Polizeiaktion eine eklatante Verletzung der Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger. Es ist davon auszugehen, dass unter den erfassten Daten auch die von Journalistinnen und Journalisten sind, die an diesem Tag zur Berichterstattung unterwegs waren.  Der DJV Sachsen fordert daher die beteiligten Behörden auf, die Daten unverzüglich zu löschen.  Er empfiehlt seinen Mitgliedern allerdings nicht, sich persönlich an die Behörden zu wenden. Statt dessen verweist die Berufsorganisation auf die journalistische Binsenweisheit, dass sensible Recherchen, persönliche Absprachen oder Informantengespräche aus gutem Grund nicht am Telefon geführt werden sollten.

Zum Thema:
http://www.mdr.de/nachrichten/8746615.html
http://www.mdr.de/sachsen/dresden/8746247.html
http://www.sz-online.de/Nachrichten/Sachsen/Tillich_verlangt_Bericht_zu_Ausspaehaktion/articleid-2793447

Daten im Netz – DJV fordert Aufklärung

15. Juni 2011

Entsetzen und Unverständnis herrscht beim DJV Sachsen bezüglich der bekannt gewordenen Veröffentlichung einer Akkreditierungsliste durch das Landgericht Dresden auf der Seite «Justiz in Sachsen» (www.justiz.sachsen.de).

Der DJV Sachsen stellt dazu fest: „Eine Sammlung von sensiblen Journalistendaten gehört nicht ins Internet.“

Da es sich bei der Liste nicht nur um die Namen sondern weitere umfangreiche sensible Daten von Medienvertretern aus dem In- und Ausland handelt, die über das Verfahren zum Mordfall Marwa El Sherbini berichteten, ist das laxe Vorgehen des Gerichtes völlig unverständlich. An den Verhandlungstagen wurden höchste Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Es ist schwer vorstellbar, wie eine Akkreditierungsliste ausgerechnet dieses Verfahrens auch nur in die Nähe zu publizierender Dokumente geraten kann. Unverständlich ist auch, dass die Daten mehrere Tage im Netz waren und die Panne offensichtlich nur von einem Außenstehenden bemerkt wurde. Der DJV Sachsen fordert eine lückenlose Aufklärung.

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Datenpanne beim Landgericht Dresden

15. Juni 2011

Eine epd-Meldung vom 14.6.2011: „Berlin/Dresden ( epd ). Über die Internetseite des Landgerichts Dresden sind die Daten von mehr als 100 Journalisten öffentlich zugänglich gewesen. Bei den Informationen handele es sich um einen älteren Datenbestand, in dem unter anderem Anschriften, Telefonnummern und Ausweisnummern enthalten sind von deutschen und internationalen Journalisten, die beim Landgericht akkreditiert waren, teilte der Berliner
Sender Radio multicult.fm am Dienstag mit. Ein Mitarbeiter des Senders hatte das Datenleck auf der Seite «Justiz in Sachsen» ( www.justiz.sachsen.de )
entdeckt. Ein Link führte zu den sensiblen persönlichen Daten. Wie es zu der offensichtlich falschen Verlinkung kam und wie lange die Daten schon für jedermann zugänglich im Netz standen, ist unklar. Die genaue Ursache für die Panne «wird noch untersucht», teilte das Gericht in Dresden mit.
Für einen Anwendungsfehler lägen derzeit keine Anhaltspunkte vor. In der Mitteilung am Dienstag entschuldigte sich das Dresdner Gericht ferner bei den Betroffenen. Der Fehler sei am Sonnabend um 15 Uhr entdeckt und gegen 18 Uhr beseitigt worden, hieß es.“

Die Info bei multicult.fm, die taz zum Thema.

 


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