Posts Tagged ‘Medientreffpunkt Mitteldeutschland’

Zeitungen bald papierlos?

10. Mai 2013

Ein Medientreffpunkt-Rückblick 

Am Mittwoch ging in der Leipziger Media City der 15. Medientreffpunkt Mitteldeutschland zu Ende – der Jubiläumsjahrgang stand unter dem eigenwilligen Motto „Wer gewinnt? Macht und Mühsal in der Medienlandschaft“ und hatte weniger Zulauf als in den Vorjahren. Bei der gleichzeitigen Kongresskonkurrenz der Zeitungsoberhäupter in Wien (Europäischer Zeitungskongress) und der Netznerds in Berlin (re.publica) verwunderte manche Schwerpunktsetzung auf Holz- und Netzmedien.

MTM13 Podienmarathon in Studios und Werkstatt [hprfoto]Rund 45 Panels und 200 Referenten wurden von der organisierenden AG, die eigentlich ein Verein ist und auf den drei Medienanstalten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fußt, eingeladen. So war es kein Wunder, dass die große politische Diskussion über die „Strategien der Sender und die Politik der Länder“ sich – sowieso personell überbesetzt – schnell erschöpfte. Spannend hingegen die Diskussionen um die „gedruckte Zukunft“ und über das Gelingen des Umstiegs von gratis zu kostenpflichtig im Netz. Bei ersterer wurden Schicksale und Erfolge der drei thüringischen Tageszeitungen unter Fuchtel der WAZ-Gruppe sowie von FR, Zeit und taz diskutiert. Karl-Heinz Ruch von letzterer überraschte mit Einschätzung und Strategie, dass in spätestens acht Jahren keine gedruckte überregionale Tageszeitung mehr vertrieben werde. Edelblogger Christian Jakubetz unterstellte den großen Verlegern generelles Missverständnis der Netzmentalität: Keines der wichtigen Themen, die die weltweite Gemeinde interessiere, würde gebührend in der Medienbranche diskutiert.

Auch dass Ostthemen in großen überregionalen Blättern immer noch unterrepräsentiert sind, war in Leipzig 2013 eine Runde wert – allerdings ohne jene Leute, die die Hintergründe wirklich benennen oder ändern könnten. (AH)

www.medientreffpunkt-mitteldeutschland.de

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Medientreffpunkt 2011 für Vernunftrenaissance

5. Mai 2011

Am Mittwoch ging in der Leipziger „Media City“der 13. Medientreffpunkt Mitteldeutschland zu Ende: Rund 50 Diskussionsrunden mit ca. 250 Referenten für 1300 Teilnehmer, darunter rund 200 Jugendliche mit dem Status Mediennachwuchs, wurden an den drei Tagen vom 2. bis 4. Mai geboten. Doch die These, eindeutig im Obertitel 2011 manifestiert („Preis schlägt Gratis – Die Renaissance der Vernunft“), wurde häufig nicht so klar belegt. Vielmehr scheint die Kluft zwischen jenen über 30-Jährigen, die noch „gelernt haben, Zeitung zu lesen“ und jenen, die mit anderen Medien groß werden und in der regionalen Tageszeitung keine für sie relevanten Themen in ihrer Sprache finden, wird zunehmend manifestiert und scheint unüberwindbar. Auch große Ereignisse wie die japanische Katastrophe im März bringen keine spontane, zeitweilige Verschiebung der Rezeptionsgewohnheiten mit sich, wie der Leipziger Journalistikprofessor Michael Haller in einer aktuellen Studie nachweist. Die Zeitung büße hingegen ihre Ubiqität – nämlich immer und überall aktuell verfügbar zu sein – ein, so Hallers Beobachtung. Die Zukunft gehöre wohl aber eher dem Smartphone als dem Tablettcomputer. Recht mager wurde der Tag der Pressefreiheit am 3. Mai begangen: Zwei Veranstaltungen, davon die öffentliche in der Arena im Hauptbahnhof um 14 Uhr – also weder für tagesaktuelle Journalisten noch für andere Werktätige erreichbar. Der ursprünglich angekündigte Festakt (DJV-Kurier 01.2011) verschwand ganz gen Berlin oder Bonn oder Nirwana. Dafür – auch das Tradition – plauderten wieder drei ostdeutsche, christdemokratische Ministerpräsident(inn)en – diesmal über eine „mitteldeutsche Identität“, also über gemeinsame Geschichte(n) und Kultur.

Andreas Herrmann

Alle Presseinfos, auch mit Kernaussagen einzelner Veranstaltungen: www.medientreffpunkt-mitteldeutschland.de
Mehr zu herausragenden Themen und Thesen des Medientreffpunktes 2011 später im DJV-Kurier 2/2011


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