Posts Tagged ‘Pressefreiheit’

DJV-Appell: Berichterstattung bei islamkritischen Demos sichern!

26. Januar 2015

Der DJV-Gesamtvorstand hat heute bei seiner Sitzung in Hannover alle Journalisten und Journalistinnen aufgefordert, dass sie bei aller gebotenen Vorsicht von islamkritischen Demonstrationen wie Pegida und Legida offen und umfassend berichten.

Sie dürfen sich nicht von Droh-Rufen wie „Lügenpresse halt die Fresse“ und „Lügenpresse auf die Fresse“ einschüchtern lassen.

Gleichzeitig appellierte der DJV-Gesamtvorstand an die Sicherheitsbehörden, ihrer Pflicht zum Schutz der Pressevertreter bei diesen Demonstrationen besser nachzukommen, als das teils bisher geschehen ist. Die im Grundgesetz verankerte Pressefreiheit gilt es in jedem Fall als Voraussetzung einer freien, demokratischen Gesellschaft zu sichern. Dies zu gewährleisten, ist auch die Politik in der Pflicht.

DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken forderte: „Journalisten müssen die Öffentlichkeit darüber aufklären, was sich wirklich vor Ort abspielt.“

Die Qualität ist der Wert

3. Februar 2012

Mit dem Appell an alle Journalistinnen und Journalisten, sich aktiv für ein Mehr an Qualität im Journalismus einzusetzen, endete am Nachmittag des 3. Februars 2012 in Berlin der DJV-Kongress „Wert des Journalismus“. Einig waren sich die über 100 Teilnehmer darin, dass es größerer Anstrengungen bedarf, insbesondere junge Menschen an die Nutzung von Medien heranzuführen. In der Verantwortung stünden neben den Medienunternehmern, die mehr in die Redaktionen investieren müssten, die eigenen Kollegen, die auch gegen Widerstände in ihren Redaktionen für hart recherchierte Berichte kämpfen müssten. Ulrike Kaiser, stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende, stellte die Bedeutung der Wertediskussion dar: „Die Qualität des Journalismus macht seinen Wert aus.“
Der Kongress „Wert des Journalismus“, den der DJV gemeinsam mit der Bayerischen Landesvertretung in Berlin durchführte, wurde am gestrigen Donnerstag mit einem Impulsreferat von Hans Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung eröffnet. Leyendecker forderte die Journalisten auf, sich den Blick für gute Geschichten zu erhalten. Der Titel seines Referats: „Aufklärung ist Pflicht, nicht Kür.“ Der Medienwissenschaftler Michael Haller machte am Vormittag deutlich, dass nicht allein eine gute Finanzausstattung der Redaktionen für Qualität bürge. Eine Schlüsselrolle komme den Journalisten bei Themenaufbereitung und Bildsprache zu.
Den Praxisbezug des Kongresses boten drei Workshops über Online-Journalismus, Lokaljournalismus und Journalistenausbildung. Verlagsrendite contra Qualitätsanspruch lautete der Titel einer Podiumsdiskussion am Nachmittag. Verlagsmanager von Springer und WAZ und Journalistinnen und Journalisten diskutierten über unterschiedliche Erwartungen in Chefetagen und Redaktionen sowie über die künftigen Herausforderungen an Medienunternehmen. (DJV-Presseinfo)

Alle Achtung!

19. Januar 2012

DJV begrüßt Initiative von Martens

6. Juli 2011
Die Vorstellungen des Sächsischen Staatsministers der Justiz für eine Bundesratsinitiative zur Beschränkung der Erhebungsbefugnis für Verkehrsdaten und Eindämmung der Datenverwendung nach einer Funkzellenabfrage sieht der DJV Sachsen als positives Signal. Die massenhafte Datensammlung, wie sie bei den Dresdner Funkzellenabfragen am 19. Februar 2011 entstanden ist, ist nach Ansicht des DJV Sachsen nicht nur völlig unangemessen sondern greift auch in die Persönlichkeitsrechte unzähliger Unbeteiligter ein. Ein derartiges Vorgehen
betrifft immer auch beteiligte und unbeteiligte Journalistinnen und Journalisten und muss daher von der Berufsorganisation abgelehnt werden. Die Erfassung und Speicherung von Telefondaten jeglicher Art bedrohen nicht nur die Pressefreiheit sondern demokratische Grundrechte insgesamt.
Justizminister Dr. Jürgen Martens hatte seine Initiative am gestrigen Dienstag im sächsischen Kabinett vorgestellt und wird nunmehr einen Gesetzentwurf erarbeiten.

Funkzellenüberwachung skandalös

22. Juni 2011

Unpassend und skandalös ist für den DJV Sachsen die jetzt bekannt gewordene Funkzellenüberwachung der Dresdner Polizei am 19. Februar 2011. Weder zu Anlassen, wie sie an dem Februartag in Dresden gegeben waren noch mit anderen Begründungen sind Telefondatenerfassungen in derartigem Umfang gerechtfertigt. Der DJV Sachsen sieht in der Polizeiaktion eine eklatante Verletzung der Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger. Es ist davon auszugehen, dass unter den erfassten Daten auch die von Journalistinnen und Journalisten sind, die an diesem Tag zur Berichterstattung unterwegs waren.  Der DJV Sachsen fordert daher die beteiligten Behörden auf, die Daten unverzüglich zu löschen.  Er empfiehlt seinen Mitgliedern allerdings nicht, sich persönlich an die Behörden zu wenden. Statt dessen verweist die Berufsorganisation auf die journalistische Binsenweisheit, dass sensible Recherchen, persönliche Absprachen oder Informantengespräche aus gutem Grund nicht am Telefon geführt werden sollten.

Zum Thema:
http://www.mdr.de/nachrichten/8746615.html
http://www.mdr.de/sachsen/dresden/8746247.html
http://www.sz-online.de/Nachrichten/Sachsen/Tillich_verlangt_Bericht_zu_Ausspaehaktion/articleid-2793447

Datt und Ginzel sind Journalisten des Jahres

22. Dezember 2010

Die Leipziger Journalisten Thomas Datt und Arnd Ginzel sind Journalisten des Jahres in der Fachkategorie „Lokale Journalisten“. Beide wurden durch den Dresdner Journalistenprozess, der von April bis August dieses Jahres vor dem Amtsgericht der Landeshauptstadt stattfand, bundesweit bekannt.  
In der Begründung der Jury heißt es: “Thomas Datt und Arndt Ginzel gebührt Anerkennung für ihre Haltung, mit der sie seit Jahren die Nachwehen aus ihren Recherchen zum “Sachsensumpf” aus- und ertragen. 2010 erging ein höchst umstrittenes Urteil: Obwohl die Artikel der beiden Freien presserechtlich unangefochten sind, wurden sie wegen Verleumdung und übler Nachrede verurteilt. Fortsetzung folgt 2011: Datt und Gintzel gingen in Berufung – und wagen sich in der Zwischenzeit unbeirrt in weitere Sümpfe, zuletzt bei den Leipziger Wasserwerken.”

Journalisten des Jahres werden in zehn Fachkategorien von einer Jury im Auftrag des Mediummagazins gewählt.
Foto: Andreas Herrmann


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