Archive for the ‘Leipzig, Chemnitz…’ Category

Vorstandsbrief an SMI und SMJ

8. November 2017

In einem an die Staatsminister Ulbig und Gemkow gerichteten Brief fordert der DJV Sachsen die Wahrung der Rechte der Journalistinnen und Journalisten im Freistaat. Hintergrund sind die im Laufe dieses Jahres bekannt gewordenen Telefonüberwachungen im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen Verdachts auf „Bildung einer kriminellen Vereinigung“. Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „Als Berufsverband können wir es nicht hinnehmen, wie leichtfertig in dem Zusammenhang mit den Rechten unserer Kolleginnen und Kollegen umgegangen wird. Quellenschutz und Informantenschutz sind wichtige Voraussetzungen für erfolgreiche Recherchen gerade in sensiblen Milieus“.

Im aktuellen Fall, bei der Telefonüberwachung wurden auch Gespräche mit Leipziger Journalisten abgehört und aufgezeichnet, sind die Betroffenen aus Sicht des DJV nachhaltig in ihrer Berufsausübung eingeschränkt. Der DJV Sachsen erwarte von den Ermittlungsorganen eine strikte Einhaltung der gesetzlichen Regelungen und einen sensiblen Umgang mit den Rechten der Journalistinnen und Journalisten im Freistaat.

 

 

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Cooles Nachtreffen

24. Oktober 2017

In kleiner Runde haben MDR-Mitarbeiter und DJV-Mitglieder beim leMoMo am 23. Oktober 2017 in der Leipziger Media-City den September-Streik beim Mitteldeutschen rundfunk noch mal Revue passieren lassen. Die festen und freien Mitarbeiter hatten durch mehrtägige Warnstreiks den Abschluss des aktuellen Vergütungstarifvertrages erzwungen.

Ein Ergebnis: über Streikrecht und die Arbeit der Tarifkommission werden wir künftig noch besser informieren.

Abhören von Journalisten – unrechtmäßig!

11. Oktober 2017

Nach Berichten des Medienmagazins ZAPP wurden im Zuge der Ermittlungen wegen Verdachts auf „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ Telefongespräche von Leipziger Journalisten abgehört und aufgezeichnet. Dem Bericht zufolge wurden die betroffenen Journalisten nicht informiert und die Aufzeichnungen zunächst auch nicht gelöscht. Dies wurde bereits im Juni dieses Jahres (links die Wortmeldung des DJV Sachsen) bekannt. Neueste Medienberichte machen deutlich, dass in weit größerem Umfang mitgehört wurde.  Ein Journalist wurde nach Angaben der Leipziger Volkszeitung 130 mal belauscht, als er mit Vertretern des Fußballvereins Chemie Leipzig telefonierte. Auch Medienvertreter von Bild Leipzig, Spiegel und der Leipziger Internetzeitung stehen auf der Mithörliste. Insgesamt sollen neun Medienvertreter, zehn Rechtsanwälte und drei Ärzte betroffen sein.

Als berufliche Interessenvertretung der Journalistinnen und Journalisten kritisiert der DJV Sachsen dieses Vorgehen der Ermittlungsbehörden scharf. Das Abhören von Telefongesprächen ist ein schwerwiegender Eingriff in die Pressefreiheit. Es zeugt von wenig Sensibilität, wenn Aufzeichnungen angefertigt und aufbewahrt wurden, obwohl bekannt war, dass es sich um Gespräche handelte, bei denen Journalisten beteiligt waren. Die Daten hätten unverzüglich gelöscht werden müssen.
Der sächsische Journalistenverband fordert die Ermittlungsbehörden des Freistaates auf, die Vorgänge gründlich zu überprüfen und dafür Sorge zu tragen, dass zukünftig bei Ermittlungen die Rechte von Journalisten in vollem Umfang gewahrt werden.

Journalistik wieder mit Niveau!

27. April 2017

Der DJV Sachsen bedauert die Ende April bekannt gewordene Entscheidung der Universität Leipzig, für das im Herbst beginnenden Wintersemester im Journalistik-Studiengang keine Studierenden aufzunehmen. So anerkennenswert das Vorhaben sei, den Studiengang reformieren zu wollen, die vorgesehene Aussetzung der Immatrikulation werfe auf die einst sehr anerkannte Journalistik-Ausbildung an der Universität Leipzig einen Schatten, der einen wie auch immer gearteten Neustart belasten werde, heißt es in dem Brief, der an den Studiendekan der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie, Prof. Thomas Kater gerichtet ist.

Der DJV Sachsen verweist darauf, dass viele Mitglieder des Verbandes die Leipziger Journalistik-Ausbildung absolviert haben. Sie seien mit Recht stolz darauf. Die Attraktivität der Ausbildung habe aber unter anderem aufgrund der gravierenden Einschnitte Anfang der 2010-Jahre gelitten. Der offensichtlich auch darauf zurückzuführende Rückgang der Bewerberzahlen wurde an der Universität Leipzig nicht als Alarmzeichen erkannt.

DJV-Landesvorsitzende Ine Dippmann: „Gut ausgebildete Journalisten werden nach wie vor und gerade jetzt dringend benötigt. Als führende Berufsorganisation der Journalistinnen und Journalisten im Freistaat Sachsen fordern wir die Fakultät auf, die universitäre Journalistik-Ausbildung in Leipzig schnellstmöglich wieder auf das einstige hohe Niveau zurückzuführen.“ Der DJV Sachsen sei bereit, bei einer Neuprofilierung der Journalistikausbildung mitzuwirken.

Foto: Journalistik im Uni-Hochhaus ganz oben – das war einmal! [hprfoto]archiv

Ein Zeichen für Deniz Yücel

1. März 2017

prostest-denizÜberall in Deutschland solidarisieren sich Journalisten mit dem in der Türkei inhaftierten Deniz Yücel. So auch in Sachsen. Durch Leipzig fuhr am Dienstag ein Autokorso – Zeichen des Protests gegen die zunehmenden Einschränkungen der Pressefreiheit und für die Freilassung des deutsch-türkischen Korrespondenten der „Welt“.

Viele Dresdner Journalisten möchten ebenfalls zeigen, dass ihnen das Schicksal von Deniz Yücel und den anderen ungefähr 150 in türkischen Gefängnissen sitzenden Journalisten und die Gefährdung der Pressefreiheit nicht egal ist. Wir treffen uns am Donnerstag (2. März) um 13 Uhr im Zwinger für ein Foto, dass wir dann im Netz und in den Dresdner Medien verbreiten wollen. Wer sich gerne daran beteiligen würde, dass auch und gerade aus der Hauptstadt der „Lügenpresse“ ein Zeichen der Solidarität gesendet wird, ist herzlich willkommen. Plakate und Schilder mit „Free / Freiheit für Deniz Yücel“ sind es ebenfalls.

Es wäre großartig, wenn möglichst viele ein paar Minuten für die Aktion erübrigen könnten, Journalisten, aber auch alle anderen Dresdner.

Foto: Matthias Meisner

Die Pressefotos des Jahres 2016

31. Januar 2017

Gemeinsam mit den sächsischen Tageszeitungen SZ, LVZ und Freie Presse starten wir am 1. Februar 2017 den Wettbewerb um das Pressefoto des Jahres 2016. Alle dafür wichtigen Informationen finden Sie unten als PDF. Bitte laden Sie diese Dateien herunter und nutzen Sie sie für Ihre Einreichung.

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Bis zum 28. Februar 2017 können sich Fotografen jeweils mit bis zu drei Arbeiten bzw. Fotoserien beteiligen. Die Einreichung erfolgt in digitaler Form direkt an sz.bildstelle@ddv-mediengruppe.de

Alle Fotos nehmen am Hauptwettbewerb teil, die weitere Zuordnung kann vom Bildautor festgelegt werden.

Das Pressefoto des Jahres ist mit 1000 € dotiert. Weitere Geldpreise gibt es für das beste Reportagefoto, das beste Portrait, das beste Sportfoto sowie für den Publikumspreis. Der DJV Sachsen stiftet speziell die Preise für das sächsische Lokalfoto 2016 (je 400, 200 und 100 €).

Ausschreibung  |  Bildanforderung  |  Autorenangaben

 

 

Leipziger Preise für türkische Journalisten

7. Oktober 2016

Mit einer Solidaritätsaktion am heutigen 7. Oktober 2016 die Veranstalter und Teilnehmer der 2. European Media Freedom Conference auf die Situation regierungskritischer Journalisten in der Türkei hinweisen. “Gemeinsam mit türkischen Journalisten werden wir einen Luftballon für jeden derzeit in der Türkei inhaftierten Medienschaffenden vom Mediencampus Villa Ida in den Leipziger Himmel aufsteigen lassen”, erklärt Jane Whyatt, Projektmanagerin des in Leipzig angesiedelten Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF), das die 2. European Media Freedom Conference am 6. und 7. Oktober in Leipzig veranstaltet. Unter den Kollegen, die an der Aktion beteiligt sind, wird auch der renommierte türkische Journalist Can Dündar sein, der in diesem Jahr gemeinsam mit Erdem Gül den mit 30.000 Euro dotierten Leipziger Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien erhält. Die Preisverleihung findet heute am Mediencampus Villa Ida in Leipzig statt.

http://www.leipziger-medienstiftung.de/leipziger-medienpreis/preis-fuer-die-freiheit-und-zukunft-der-medien/preistraeger-2016laureates-2016/

Flucht und Radikalisierung

5. Oktober 2016

Berichterstattung über Fluchtursachen, Terrorismus und Radikalisierung

ist das Thema eines Hintergrundgespräches am Mittwoch, dem 05. Oktober 2016 von 19 Uhr bis ca. 21.00 Uhr mit den Journalistinnen:

• Fatima Manji, BBC “Channel 4 News” (Great Britain)
• Sevgi Akarcesme, ZAMAN (Turkey)

im Mediencampus Villa Ida, Leipzig School of Media, Foyer, Poetenweg 28, 04155 Leipzig.

Unsere Gesprächspartnerinnen:
Fatima Manji (BBC “Channel 4 News”) ist eine britische TV-Journalistin und Nachrichtensprecherin. Sie ist Großbritanniens erste Hijab tragende TV-Nachrichtensprecherin. Kritik anderer britischer Journalisten gab es, als Manji mit Hijab nach dem Terroranschlag von Nizza die Nachrichten präsentierte.

Sevgi Akarcesme (TODAYS ZAMAN) ist Chefredakteurin bei TODAYS ZAMAN, einer der regierungskritischsten Zeitungen in der Türkei. Aufgrund der aktuell schwierigen Situation für JournalistInnen in der Türkei lebt Sevgi Akarcesme augenblicklich im Exil in Belgien.

Gemeinsam mit unseren Gästen, wollen wir Fragen nachgehen wie:
• Welche Chancen und Herausforderungen es bei der Berichterstattung über Fluchtursachen, Terrorismus und Radikalisierung gibt.
• Was sind die Besonderheiten? Was gilt es zu beachten?
• Gilt weiterhin des Prinzip „Good news are bad news and bad news are good news“? Welche Möglichkeiten bietet der konstruktive Journalismus hier?

Neu ist zudem, dass JournalistInnen seit einiger Zeit nicht mehr nur Beobachter und Berichterstatter sind, sondern selbst gezwungen sind, zu fliehen. Welche Ursachen gibt es dafür? Wie können JournalistInnen im Exil dennoch ihrem Beruf nachgehen und außerhalb ihres Landes arbeiten? Wie verändert es ggf. die Berichterstattung wenn JournalistInnen selbst zum Flüchtling werden?

Dies sind einige der Aspekte, die wir am 5. Oktober 2016 gemeinsam mit Ihnen und unseren Gästen, Fatima Manji und Sevgi Akarcesme, diskutieren wollen.

Moderiert wird die Gesprächsrunde von Ine Dippmann (mdr-info).
Das Hintergrundgespräch findet in englischer Sprache statt. Ein Dolmetscher steht für konsekutive Übersetzung zur Verfügung.

Wir bitten um Anmeldung per E-Mail bis spätestens Mittwoch, den 28. September unter dem Betreff „Fluchtursachen“ bei claudia.weiss@engagement-global.de Bitte teilen Sie uns zur besseren Planbarkeit auf diesem Weg auch mit, sollten Ihrerseits Interviewwünsche bestehen. Wir kommen dann direkt auf Sie zu.

Offener Brief zu Bettina-Kudla-tweet

11. September 2016

bettina-kudla-tweetDer DJV Sachsen hat sich in einem offenen Brief zum tweet der Bundestagsabgeordneter Bettina Kudla (CDU/Leipzig) geäußert. Darin heißt es: „…mit großem Befremden haben wir Ihren twitter-Eintrag zu Can Dündar zur Kenntnis genommen. Die Art und Weise wie Sie seinen Namen verunstalten und damit suggerieren, er würde nur Schlechtes von sich geben, ist unserer Meinung nach einer Bundestagsabgeordneten nicht würdig. Hasskommentare im Netz befördern die Spaltung unserer Gesellschaft; sind immer wieder auch die Vorstufe zu physischer Gewalt.“

Can Dündar sei ein bekannter Journalist aus der Türkei, seine Lebens- und Arbeitssituation ist symptomatisch für die Situation der Pressefreiheit in seinem Heimatland. „Der mehrfach preisgekrönte Medienmann wurde in einem aus rechtsstaatlicher Sicht mindestens umstrittenen Verfahren von einem türkischen Gericht dafür verurteilt, dass er kritisch berichtet hatte. Er hat nach unseren Maßstäben keine Straftat begangen, sondern bloß Tatsachen in der Zeitung Cumhurriyet korrekt wiedergegeben.“

Zahlreiche Organisationen, vom Pen-Zentrum über „amnesty international“ bis zu „Reporter ohne Grenzen“, haben sich mit Dündar solidarisiert.

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Journalistenpreise vergeben

11. Mai 2016

Preisträger des Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki Preises 2016 ausgezeichnet

20160511_205502(0)-1Emilia Smechowski, Tilla Fuchs, Marek Tomasz Pawłowski, Małgorzata Walczak, Kinga Wołoszyn-Kowanda und Krzysztof Czajka ausgezeichnet Feierliche Preisverleihung am 11. Mai 2016 in der Media City Leipzig

Die Sieger des 19. Deutsch-Polnischen Tadeusz-Mazowiecki-Journalistenpreis 2016 sind am Abend des 11. Mai 2016 auf einer Festveranstaltung während der Deutsch-Polnischen Medientage in der Leipziger Media City geehrt worden.

Der erste Platz in der Kategorie Print ging an Emilia Smechowski für ihren Beitrag „Ich bin wer, den du nicht siehst“ in der „TAZ am Wochenende“. In der Kategorie Hörfunk setzte sich Tilla Fuchs mit ihrem Feature „New York New York oder Neues aus der alten Heimat“, erschienen im Sr2 Kulturradio, durch. Der Dokumentarfilm „Dotknięcie anioła“ („Vom Wunder des Überlebens“) von Marek Tomasz Pawłowski und Małgorzata Walczak vom TVP Redaktion Form Dokumentalnych und WDR PG Dokumentation gewann in der Kategorie Fernsehen. Den Sonderpreis „Journalismus in der Grenzregion“, den der gastgebende Freistaat Sachsen gestiftet hat, ging an die Autoren Kinga Wołoszyn-Kowanda und Krzysztof Czajka für die Fernsehsendung „Kowalski & Schmidt“ von TVP Wrocław/RBB. (more…)


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